Köstinger: „Kein Abkommen auf den Rücken unserer Bergbauernfamilien“

Bundesministerin a. D. Elisabeth Köstinger war die Hauptrednerin beim Sommergespräch vergangene Woche am Auerhof der Familie Misslinger in Ebbs. Ihre Botschaft war klar: Um eine Chancenausgerechtigkeit für heimische Bergbauernfamilien zu erwirken, braucht es starke bäuerliche Vertreter, die sich dafür einsetzen. In LK-Präsident Josef Hechenberger sieht sie einen starken Fürsprecher, der zukünftig auch auf Bundesebene die Anliegen der Bergbauern vertreten sollte.

05.09.2019

Es kann nicht sein, dass die EU die Qualitätsanforderungen für unsere Landwirtschaft immer weiter nach oben schraubt und gleichzeitig die Märkte für Produkte öffnet, die diese Anforderungen nicht erfüllen müssen", so Köstinger. Ein Thema des Bauernbund-Diskussionsabends am Bauernhof war die Öffnung der Märkte für billige Massenware aus dem Ausland. Köstinger sicherte den Bauern vor Ort zu, dass weder sie noch Sebastian Kurz einem Mercosur-Abkommen zustimmen werden, das den Import von Billigfleisch aus Übersee beinhaltet.

Mercosur wäre Wahnsinn
In diese Kerbe schlug auch LK-Präsident Josef Hechenberger, der bei der bevorstehenden Nationalratswahl der Spitzenkandidat des Bauernbundes in den Bezirken Kufstein und Kitzbühel ist: „Wir müssen in dieser Sache zusätzlich zur Missbilligung und Ablehnung dieses Wahnsinns-Abkommens für die heimische Landwirtschaft noch einen Schritt weiter gehen. Für mich steht außer Frage, dass wir in Zukunft eine noch bessere Herkunftskennzeichnung für unsere Speisen brauchen. Wir sind es den Menschen in unserem Land schuldig, dass sie erfahren, woher ihr Essen kommt. Nur so haben sie die Wahl zwischen hochwertigen heimischen Erzeugnissen und Billigsterzeugnissen, deren Inhalte und Herkunft schleierhaft ist", so Hechenberger. Auch werde damit Trittbrettfahrern in Sachen Regionalität Einhalt geboten.

Kein Platz für den Wolf
Was die Rückkehr der großen Beutegreifer betrifft, verstärkte Hechenberger abermals seine Forderung: „Im dicht besiedelten Alpenraum, wo Land- und Almwirtschaft, Tourismus und Freizeitwirtschaft sowie Jagd nebeneinander funktionieren müssen, hat der Wolf keinen Platz. Auch wenn wir es derzeit mit vereinzelten Wolfsrissen in Tirol zu tun haben, dürfen wir die rasante Populationsentwicklung nicht unterschätzen. Die Auswirkungen der Wiederansiedelung des Wolfes hätte sowohl für uns Bauern als auch für die gesamte Bevölkerung weitreichende Folgen. Es würde vor allen Dingen einen massiven Eingriff in unserer Kulturlandschaft bedeuten. Schlägt der Wolf zu, werden keine Weidetiere mehr auf unseren Almen sein, dann verwildert und verbuscht jene herrliche Landschaft, die nicht nur für Erholungssuchende, sondern auch für eine einzigartige Artenvielfalt in Flora und Fauna so wichtig und anziehend ist."

Sensible Zonen ausweisen
Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler präsentierte den rund 300 Interessierten die nächsten Schritte im Vorgehen gegen den Wolf. „Der Wolf unterliegt dem höchsten Schutzstatus, der auf EU-Ebene festgesetzt wurde. Bis wir alle Mitgliedsstaaten dazu bringen, diesen Status zu lockern, wird uns zu viel Zeit verrinnen. Deswegen wollen wir, dass unser dicht besiedelter Alpenraum zur sensiblen Zone erklärt wird. Ähnlich geschieht dies z. B. bereits in bestimmten Regionen Finnlands", so Geisler. Ein entsprechender Antrag wurde bereits erarbeitet. „Es gibt bestimmt Regionen in Europa, wo eine Rückkehr des Wolfes möglich ist und wo sich auch der Wolf wohl fühlt. Gegen eine Rückkehr in unseren Breitengraden gehen wir jedoch entschieden vor", so Geisler abschließend.

Zum Auerhof in Ebbs
Der Auerhof in Ebbs wird von Christine und Anton Misslinger bewirtschaftet. Auf dem Bio-Heumilchbetrieb werden 20 Milchkühe und acht Stück Jungvieh sowie Schafe und Hühner gehalten. Der Betrieb umfasst 16 Hektar Grünland und drei Hektar Wald. Die Bio-Heumilch wird an die Käserei Plangger geliefert. Weitere Betriebszweige sind die Ferienwohnungsvermietung und die Betriebshelfertätigkeit von Anton beim Maschinenring.

Foto: Freuten sich über rund 300 Besucher (v. l.): Bezirksbauernobmann Ök.-Rat Hans Gwiggner, BM a.D. Elisabeth Köstinger, Christine und Anton Misslinger mit ihren drei Kindern und Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler.


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