Almgeschichten – Folge 6: Almprodukte werden von den Kunden gut angenommen

Interview mit Mag. Matthias Pöschl, Geschäftsführer Agrarmarketing Tirol

25.07.2019





Herr Mag. Pöschl, wie stellte sich die Agrarmarketing Tirol auf die Almsaison 2019 ein?

Matthias Pöschl: Wir setzten gleich zu Beginn zwei Akzente. Zuerst präsentierten wir unser neues Kinderbuch „Ein Ausflug auf die Alm", eine Kooperation mit dem Tyrolia Verlag. Wir haben insgesamt 50.000 Stück gedruckt und an alle Schulen und Kindergärten versandt. Zusätzlich ist es bei der Tyrolia mit Hardcover erhältlich. Wir wollen damit den Kindern das Thema Alm, Nutzen der Almen und deren Produkte näher bringen. Und Anfang Juni hatten wir unsere Pressekonferenz zum Auftakt der Almmilch mit dem Gütesiegel Qualität Tirol der Erlebnissennerei Zillertal. Die Milch ist seither wieder bei Spar und MPREIS in der neuen klimaneutralen Verpackung erhältlich.

Müssen Almprodukte überhaupt noch beworben werden oder ist die Nachfrage nicht ohnedies sehr groß?

Matthias Pöschl: Wir merken, dass unsere Qualität Tirol Produkte wie die Almmilch der Erlebnissennerei Zillertal, der Grauviehalmochs der Firma Hörtnagl oder auch unser neuestes Produkt im Qualitätsfleischprogramm, das Tiroler Almrind mit der Firma Spar, sehr gut von den Kunden angenommen werden. Das Thema Alm ist positiv besetzt. Das hat natürlich auch mit der Bewerbung der Produkte zu tun, die wir weiterführen werden.

Spielen dabei neben dem Geschmack auch Romantik oder Werte wie Heimat- und Naturverbundenheit eine Rolle?

Matthias Pöschl: Produkte, die auf der Alm produziert werden, sind von besonderer Qualität. Durch die stetige Bewegung, die frische Luft, das erstklassige Quellwasser, die artenreichen Gräser und Kräuter geben die Kühe besonders gute Milch. Wir sind aktuell dabei, durch Produktanalysen die positive Beschaffenheit der Produkte wissenschaftlich zu analysieren. Aber selbstverständlich spielen ebenso Werte wie Heimatverbundenheit eine Rolle. Unsere Gäste nehmen gerne ein Stück Urlaub in Form beispielsweise eines Almkäses mit nach Hause.

Wie schaut das Preis-Leistungsverhältnis bei Almprodukten aus? Und wie schätzen Sie die Bereitschaft der Konsumenten ein, für qualitätsvolle Ware höhere Preise zu bezahlen?

Matthias Pöschl: Das Preis-Leistungsverhältnis passt aus meiner Sicht. Hochwertige Produkte wie unsere Produkte von der Alm können durchaus einen etwas höheren Preis erzielen. Der Kunde ist auch bereit, das zu bezahlen. Wichtig ist dabei Ehrlichkeit und Transparenz.

Viele Almbauern finden, dass ihr großer Einsatz für gesunde Lebensmittel und die Erhaltung unserer Almen nicht genügend entlohnt wird, wie kann die Agrarmarketing Tirol ihnen helfen, ihre Produkte noch besser zu vermarkten?

Matthias Pöschl: Die Agrarmarketing Tirol hat gemeinsam mit dem Lebensraum Tirol die Almkulinarik zum Top Thema für die nächsten Jahre gemacht. Das kulinarische Profil Tirols soll geschärft und ganz eng mit dem Thema Alm verknüpft werden. Wir setzen uns daher aktuell intensiv mit der Produktentwicklung von Almprodukten, deren Inszenierung bis hin zur Art der Konsumation, die Entwicklung von Gerichten mit Almprodukten und letztendlich auch mit deren Bewerbung auseinander. Dazu bündeln wir im Lebensraum Tirol alle Kräfte, u.a. in enger Zusammenarbeit mit der Tirol Werbung.

Um eine höhere Wertschöpfung bei Almprodukten zu erzielen, hat die Agrarmarketing Tirol auch das Projekt „Almleben" initiiert. Wieviel Projektalmen gibt es und wie läuft die Zusammenarbeit?

Matthias Pöschl: Die Agrarmarketing Tirol setzt sich seit mehreren Jahren intensiv mit einer qualitätsvollen Herstellung von Almprodukten auseinander. Dazu haben wir das Projekt „Almleben" initiiert, an dem aktuell über 40 Almen beteiligt sind. Der wesentlichste Bereich ist dabei die adäquate Qualitätssicherung der Produktion von Almkäse und Almprodukten und die entsprechende Vermarktung von Almkäse und Almbutter.
Die Wertschöpfung und Wirtschaftsleistung auf den Almen soll durch Qualitätssicherung und eine entsprechende Vermarktung von Almkäse und -butter gesteigert werden. Dazu benötigt es eine entsprechende Sensibilisierung der Senner sowie der Wanderer und Besucher der Almen. Durch die gesetzten und weiterentwickelten Maßnahmen und Projekte soll die Alm zu einem Gesamterlebnis werden.

Wie wird die Qualitätssicherung eingehalten und überprüft?

Matthias Pöschl: Der Senner arbeitet im Rahmen des Qualitätssicherungsprogramms Almleben mit einem unserer Berater zusammen. Es sind drei Beratungsbesuche in der Almsaison vorgesehen. Jede Alm muss ein HACCP Konzept vorweisen. Zudem werden regelmäßig Produktuntersuchungen durchgeführt.

Verstehen Sie so manche Almbauern, die sich über die strengen EU-Regeln beklagen, weil früher der Käse auch gut geworden ist?

Matthias Pöschl: Ich verstehe, dass ein Mehraufwand an Bürokratie immer kritisch gesehen wird. Das trifft nicht nur auf die Almbauern zu, sondern auf alle Bereiche der Landwirtschaft und Wirtschaft. Andererseits bieten EU-Verordnungen wie der Ursprungsschutz von Lebensmitteln wieder besondere Chancen.

Müssen die Almbauern flexibler werden und aufgeschlossener sein für neue Ideen?

Matthias Pöschl: Ich denke, dass sich hier in den letzten Jahren einiges getan hat. Ich bin immer wieder überrascht, welche Innovationskraft die Landwirte an den Tag legen. Dennoch sind es aus meiner Sicht gute Partnerschaften, die am erfolgreichsten sind. Die Firma Hörtnagl ist ein Pionier, wenn es um die Entwicklung von hochwertigen Produkten von der Alm geht. Der Grauviehalmochs und das Almschwein sind zwar traditionelle, aber dennoch sehr innovative Almprodukte, die genau den Zeitgeist treffen. In solchen Kooperationen werden die Kräfte gebündelt und es kann sich jeder auf das konzentrieren, wo seine Stärken liegen.

Was genießen Sie bei privaten Almausflügen ganz besonders?

Matthias Pöschl: Beim Wandern oder Mountainbiken kann ich mich optimal entspannen. Die Schönheit der Natur und manchmal auch die Ruhe, je nach Tageszeit und Strecke, lassen mich abschalten und ich habe das Gefühl, der Blick auf das Wesentliche wird wieder geschärft. Das Einkehren gehört für mich immer dazu. Da freu ich mich auf tolle Produkte und Speisen und die Geselligkeit auf der Alm.

Mag. Matthias Pöschl, geboren am 27.05.1981 in Hall in Tirol. Berufliche Stationen: Gremial-Geschäftsführer Sparte Handel der Wirtschaftskammer Tirol, Bezirksstellenleiter Innsbruck und Innsbruck-Land – Wirtschaftskammer Tirol. Seit 01.06.2018 Geschäftsführer der Agrarmarketing Tirol.


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