Almgeschichten – Folge 3: Kooperation auf der Komperdell Alpe

In Serfaus funktioniert das Zusammenwirken von Almwirtschaft und Tourismus bestens. Während andere Almen einen ständigen Rückgang des Weideviehs beklagen, ist die Komperdell Alpe auf 1970 Meter nach wie vor eine der größten florierenden Melkalmen Tirols.

02.07.2019

Circa 250 Hektar Futterfläche werden mit 180 Melkkühen und 30 Galtkühen bestoßen, dazu gesellen sich 120 bis 130 Mutterkühe und Kälber. Die meisten kommen von kuhhaltenden Betrieben aus Serfaus, die restlichen von auswärts, vorrangig aus dem Pitztal. Mit weiteren drei „Hutschaften" auf anderen Serfauser Almen für einjährige, zwei- bis dreijährige Rinder und Rinder ab drei Jahren sind die Herden gut aufgehoben.

Große Nachfrage an Almprodukten
Pro Sommer werden in der Alpsennerei Komperdell 18 bis 20 Tonnen Alm- und Bergkäse und vier Tonnen Butter produziert. Ab Mitte Mai wird die Milch vom Dorf auf die Alm geliefert, damit der Senner sich schon der Käseerzeugung widmen kann. Sobald das Milchvieh eintrifft, also zumeist Anfang bis Mitte Juni, beginnt auch die Buttererzeugung auf der Alm. Gemäß dem Rückholbetrieb bekommen die Bauern den Käse von ihrem eigenen Kontingent an Melkkühen, der Überschuss wird vermarktet. Und zwar gut vermarktet, denn die Nachfrage an bäuerlichen, regionalen Produkten ist groß. Die Interessenten finden sich vor allem unter den vielen touristischen Gastbetrieben in und rund um Serfaus. Der größte Abnehmer für Almkäse, Almbutter und Almrindfleisch ist die Seilbahn Komperdell, die mit ihren Familienattraktionen wie zum Beispiel dem Murmliwasser und mit ihren Restaurants zahlreiche Besucher anzieht.
Schwierigkeiten zwischen der bäuerlichen Almbewirtschaftung und den vielen Freizeitgästen gab es bislang noch nicht, was angesichts der 15.000 Wanderer und der vielen Mountainbiker, die jeden Sommer das Alpgebiet frequentieren, fast ein kleines Wunder ist. Aufgrund der guten Gesprächsbasis zwischen Seilbahn und Bauern konnten bislang alle Probleme gemeistert werden, wobei alle Beteiligten wesentlich zum Funktionieren beitragen. Die Seilbahn, die Almgebiet von den Bauern gepachtet hat, sorgt zum Beispiel für Sicherheitsabzäunungen und die Bauern lassen ihre Mutterkühe dort weiden, wo die wenigsten Wanderer unterwegs sind. „Um das gute Miteinander zwischen Bauern und Tourismus wird die Agrargemeinschaft Komperdell Alpe oft beneidet", erzählt Alpmeister Richard Althaler. Er ist zuständig für die Komperdell Kuhalm, während sich Egon Schöpf um die Galtviehalmen kümmert.

Gut organisierte Almrinder-Vermarktung
Auch die Schlachtung und Vermarktung der Almrinder haben die Serfauser bestens organisiert. Im Herbst handelt Bauernobmann Lorenz Purtscher mit den Geschäftsführern der Seilbahn die Kilopreise aus, außerdem hält er mit den Metzgern über ihre Pauschale Rücksprache. Das ist für die Bauern eine wichtige wirtschaftliche Orientierung. Sobald sie Schlachtvieh haben, melden sie sich bei Lorenz Purtscher, der vom Transport des Lebendviehs bis zur Schlachtung beim Metzger alles Nötige in die Wege leitet.
Es läuft also alles bestens auf den Almen von Serfaus. Nur mit dem Personal wird es jedes Jahr schwieriger, weshalb der Suchradius weiter angesetzt werden muss, was die Flachländer freut, die auch die Chance auf einen Arbeitsaufenthalt im Tiroler Almsommer bekommen wollen. So ist heuer zum ersten Mal ein Beisenn aus Norddeutschland auf der Komperdell Alpe im Einsatz.

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Fotos:
Die Komperdell Alpe von Serfaus pflegt eine gute Zusammenarbeit mit der Seilbahn.
Auf Komperdell wimmelt es noch vor Kühen.
Die Käseproduktion beginnt hier schon im Mai.


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