Sennerei Steeg startet mit Umbau neu durch

Freudentag für die Gemeinde Steeg im Lechtal: Dort betreibt die Familie Sojer schon in dritter Generation die Naturkäserei der Sennereigenossenschaft. Am Freitag letzter Woche konnte nun im Beisein zahlreicher Prominenz, an der Spitze Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann, der Spatenstich für die Erweiterung und Modernisierung der Käserei gesetzt werden.

04.07.2019

Die Sennereigenossenschaft Steeg wurde 1934 gegründet, seit 1955 ist der Betrieb an die Familie Sojer verpachtet. Zuletzt wurde im Jahr 1996 ein Um- und Zubau verwirklicht. Das Projekt sieht eine Erweiterung der Räumlichkeiten vor, damit bis zu 6.000 Liter Milch (derzeit 4.500 Liter) verarbeitet werden können. Dazu werden auch neue Milchlieferanten im oberen Lechtal gesucht. Die Käserei zahlt den Bauern für ihre silofreie Milch ganzjährig einen stabilen überdurchnittlichen Preis von derzeit 52 Cent/Kilogramm.
Der 130 Qudratmeter große Käsekeller soll verdoppelt werden, weiters geplant sind ein eigener Verpackungsraum, eine neue Lüftungsanlage, ein eigener Kühlraum für die Auslieferung, ein Lasten- und Personenlift sowie spezielle Geräte, von einem Molkeseparator über eine Milchkühlwanne bis zu einer Camembert-Wanne.
Derzeit müssen rund 700 Käselaibe nach Lingenau im Bregenzerwals ausgelagert werden. Geplant ist, so Pächter Kurt Sojer, u. a. die Produktion von Käse nach Parmesan-Art sowie im Bereich Weichkäse von Camembert, Grünschimmel- und Blauschimmelkäse. Durch den Molkeseparator kann auch mehr qualitativ hochwertige Buter hergestellt werden, mit einem neuen Presstisch können außerdem größere Laibe von Almkäse erzeugt werden.
Der Umbau soll auch die derzeitschwierigen Arbeitsbedingungen vebressern: So sind die Kühlräume über das gesamte Gebäude verteilt, Maschinen müssen ständig umgelagert werden. Während der Reinigung der Produktion kann nicht verpackt werden. Die 30 Jahre alte Lüftungsanlage fällt öfters aus, was wiederum die Produktion stoppt. Die neue Anlage ermöglicht eine Wärmerückgewinnung und so eine höhere Energieeffizienz, die derzeitige Erwärmung des Wassers für die Reinigung mit Heizöl fällt künftig weg.

Regionale Wertschöpfung
„Für mich ist es schön, dass ich bei diesem Projekt von Anfang an mitwirken konnte", freute sich Ledl-Rossmann als Außerferner Mandatarin. „Das Projekt bringt Wertschöpfung in die Region und ist ein wichtiger Schritt für den ganzen Bezirk." Sie erinnerte auch an die Anfänge des Projekts, das im Februar des Vorjahres im Beisein von Agrarreferent LHStv. Josef Geisler vorgestellt wurde. Die Fertigstellung der Erweiterung ist für April 2020 geplant.
Für Bezirksbauernobmann Christian Angerer ist das Projekt in Steeg auch ein Zeichen, dass es mit der Landwirtschaft im Bezirk wieder aufwärts geht. Weitere Beispiele seien die neue Schlachtstelle im Bezirk, die Steigerung der Direktvermarktung durch Bauernläden und Automaten, aber auch die Tatsache, dass in den letzten zwei Jahren etwa 20 landwirtschaftliche Betriebe neu begonnen haben. Das unterstrich auch Bezirksbäuerin Lisbeth Fritz: „Ich hoffe und bin zuversichtlich, dass junge Bauern weitermachen und so die Nachfolge auf den Höfen gesichert ist!"
Diesen positiven Trend bestätigte auch Sennereiobmann Gerald Walch, ebenso sein Bruder Bürgermeister Günther Walch, die beide das außerordentliche Engagement der Familie Sojer lobten: „Von diesem Projekt profitiert die ganze Gemeinde, vor allem auch der Tourismus." So haben sich der Verkaufsladen und die Milchtrinkstube zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt.
Fördertechnisch begleitet wurde das Projekt vom engagierten Regionalmanager Günter Salchner. „Landwirtschaft und Tourismus sollen ineinandergreifen", so seine Überzeugung. Steeg könne sich auch als künftiger Endpunkt des 250 Kilometer langen Lechradweges etablieren – erst dieser Tage ist die Förderzusage zum Ausbau gekommen.
Wie sagte es Kurt Sojer abschließend: „Wir sitzen ja alle im selben Boot!"

Foto: Spatenstich für die Erweiterung der Käserei Steeg (v. l.): Bgm. Günther Walch, Regionalmanager Günter Salchner, Bezirksbäuerin Lisbeth Fritz, Bezirksbauernobmann Christian Angerer, LT-Präsidentin Sonja Ledl-Rossmann, Sennereiobmann Gerald Walch und Kurt Sojer mit Team.


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