Tirols erster demokratisch gewählter Landtag

Am 1. Juli sind es genau 100 Jahre, dass der erste demokratisch gewählte Landtag, der sogenannte „Verfassungsgebende Landtag“, der eine Funktionsperiode von zwei Jahren vor sich hatte, zu seiner ersten Sitzung zusammentrat.

27.06.2019

Seine Hauptaufgabe war – wie schon sein Name sagte – die Schaffung unserer Landeverfassung. Weiters wollte er sich – so damals Landeshauptmann Josef Schraffl in seiner Programmrede – dem Kampf um die Wiedervereinigung mit Südtirol, der Beseitigung der Kriegsschäden, der Sicherung der Länderautonomie und der Erhaltung der altgewohnten Landesrechte widmen.

Wahl vom 15. Juni 1919 ging voraus
Diesem ersten demokratisch gewählten Landtag ist die Wahl vom 15. Juni 1919 vorausgegangen, bei denen die Tiroler zum ersten Mal in ihrer Geschichte ihre Landesvertretung nach dem allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrecht im Verhältniswahlverfahren wählen konnten. Dieser Urnengang war die erste Landtagswahl in Tirol nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Verlust Südtirols. Die Wahl wurde in den beiden Wahlkreisen Nordtirol und Südtirol durchgeführt, wobei pro Wahlkreis 28 Mandate zu vergeben waren.
Im Wahlkreis Südtirol konnte jedoch aufgrund der bereits erfolgten Abtrennung von Südtirol nur im Bezirk Lienz gewählt werden. Die Verteilung der 28 Mandate im Wahlkreis Südtirol erfolgte daher durch Hochrechnung der Stimmenverteilung im Bezirk Lienz.
Für die Tiroler Parteien war damals die Wiederherstellung geordneter verfassungsmäßiger Zustände die Hauptaufgabe. In diesem Sinne arbeitete die Tiroler Landesversammlung, die bereits auf einer breiteren demokratischen Basis als der bis 21. Dezember 1918 amtierende Nationalrat stand, an der Vorbereitung der Landtagswahlen vom 15. Juni 1919. Diese wurden auf Grund des Wahlgesetzes vom 14. April 1919, die sich an die Wahlordnung der Konstituierenden Nationalversammlung vom 18. Dezember 1918 anlehnte, geschlagen.
Der Wahlkampf spielte sich angesichts des Ernstes der Situation – der endgültige Verlust Südtirols wurde in Tirol erst wenige Tage vor den Wahlen bekannt, sehr gemäßigt ab, obwohl hinter den Kulissen stark um die Anschluss- und Südtirolfrage gerungen wurde. Die beiden Fragen entschieden schließlich auch den Wahlausgang. Der überwältigende Sieger war die Tiroler Volkspartei, die in ihrem möglichst von Wien unabhängigen Kurs bestätigt wurde.
Sie konnte 38 der 56 Mandate erzielen und erreichte dabei eine Zweidrittelmehrheit. Den zweiten Platz belegte die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Österreichs, die elf Mandate erreichte. Dahinter folgte die „Deutschfreiheitliche Partei" Deutschfreiheitliche Partei mit sechs Mandaten und die Wirtschaftliche Vereinigung mit einem Mandat. Die Partei der Kriegsbeschädigten verfehlte den Einzug in den Landtag.
An dieser ersten Wahl zum Tiroler Landtag nach dem Ersten Weltkrieg beteiligten sich 77,62 Prozent der Wahlberechtigten.
Das Votum war auch eine deutliche Absage an die Parteien, die allzu kompromisslos den Anschluss vertraten oder keine eindeutige Haltung dazu eingenommen hatten. Dieser erste demokratische Landtag stand vor einer Fülle von Problemen, wobei die Sicherung der Lebensmittelversorgung, die Aufrechterhaltung der inneren Ordnung und Sicherheit sowie die Linderung der wirtschaftlichen Notsituation in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg die wohl vordringlichsten waren.


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