Weidetiere statt Wolfsreviere

„Forum Land will die Situation nüchtern betrachten und mehr Information statt Emotion schaffen, um eine nationale Lösung für ein zufriedenstellendes Wolfsmanagement zu finden und Rahmenbedingungen zu setzen“, erklärte Forum-Land-Bezirksobfrau Christine Schmied. Sie lud gemeinsam mit Landesobmann NR Hermann Gahr zur Informationsveranstaltung nach Hopfgarten.

13.06.2019

Wir wollen keine Panik machen, wir wollen informieren, diskutieren, sensibilisieren und vor allem die Basis einbinden", so begrüßte Forum Land Landesobmann NR Hermann Gahr rund 60 Interessierte im Kultursaal in der Salvena in Hopfgarten. Bereits zum sechsten Mal lud Forum Land, diesmal gemeinsam mit Forum Land Bezirksobfrau Christine Schmid und Bezirksbauernobmann von Kufstein, Hans Gwiggner, zur Aufklärungsveranstaltung. Diesmal waren der Südtiroler Bauernbunddirektor Siegfried Rinner und der Präsident der Tiroler Landwirtschaftskammer, Josef Hechenberger, als Referenten geladen.

Entnahme und gezieltes Wolfsmanagement
Hochintelligent und ein kluger Stratege − mit diesen Worten beschrieb Hermann Gahr das Raubtier Wolf. Gahr weiß, wovon er redet, in den vergangenen Monaten beschäftigte er sich auf Bundes- und Landesebene intensiv mit dem Thema. Bereits im vergangenen Jahr präsentierte er gemeinsam mit LHStv. Josef Geisler und LK-Präsident Josef Hechenberger einen 10-Punkte-Plan zum Umgang mit dem Thema in Tirol und brachte bereits mehrere Petitionen im Nationalrat ein. „Der Wolf sucht sich leichte Beute. Vor allem, wenn er im Rudel jagt, gibt es kein Tier, das er nicht erlegen könnte. Das heißt, kein potenzielles Beutetier, egal, ob klein oder groß, ist vor ihm sicher", erklärt Gahr. Mit Herdenschutzmaßnahmen wie der Einsatz scharfer Hunde oder Zäune zeigen Erfahrungswerte aus anderen Ländern keine Möglichkeit, die Nutztiere vor den wilden Räubern zu schützen. Für ihn der einzige funktionierende Schutz: Entnahmen und ein ordentliches Wolfsmanagement.

Rinner: Südtirol ist fünf Jahre voraus
Hauptreferent Siegfried Rinner gab einen umfassenden Einblick in die Geschehnisse in Südtirol. „Wir waren vor ziemlich genau fünf Jahren genau an dem Punkt, an dem ihr heute seid. Auch damals gab es bei uns gut besuchte Veranstaltungen, wo hauptsächlich Bauern anwesend waren und es wurde auch bei uns ausgiebig informiert und diskutiert. Diese Situation wird sich mit dem ersten Wolfsriss schlagartig ändern. Dann werden statt 60 ca. 800 bis 1000 Teilnehmer bei den Veranstaltungen sein und unter den Besuchern werden nicht nur Bauern, sondern auch Jäger, Touristiker, Wanderer, Mütter von kleinen Kindern und Halter von Haustieren sein", so Rinner in seinem Eingangsstatement.
Sein erster Grobüberblick über die aktuelle Lage rund 150 Kilometer von Hopfgarten entfernt war mehr als ernüchternd: 2017 wurden 6 Wöfe nachgewiesen, 2018 waren es bereits 13. Ein Wolfsrudel hat sich in Deutschnonsberg angesiedelt und im Trentino gibt es bereits 6 Wolfsrudel. Insgesamt gibt es allein in den Alpen 293 Wölfe in 43 Rudeln. „Amtlich anerkannte Risse gab es bei uns im vergangenen Jahr 56 Schafe und 4 Ziegen darüber hinaus gab es über 100 unauffindbare Tiere", so Rinner. Die Risszahlen steigen in Südtirol rapide. Während es 2016 noch 18 waren, stiegen sie 2017 auf 40 und 2018 waren es bereits 60 Risse. „Während vor fünf Jahren auch ein Großteil der Südtiroler Bevölkerung noch für die Rückkehr des Wolfes war, so ändert sich die Stimmung bei uns. Mittlerweile hat besonders die ländliche Bevölkerung ihre Meinung geändert."
Rinner brachte das Anliegen der Südtiroler auf den Punkt: „Die Frage aller Fragen lautet bei uns: Muss der Wolf wirklich flächendeckend in ganz Europa angesiedelt sein?" Derzeit gibt es in ganz Europa über 20000 Wölfe und es gibt darüber hinaus sehr viele Regionen in Europa ohne Alm- und Weidewirtschaft bzw. Tourismus gibt. „Wenn in diesen Regionen sich Wölfe ansiedeln, so hat niemand ein Problem damit, wenn das jedoch im dicht besiedelt und genutzten Alpenraum passiert, so sind Konflikte vorprogrammiert. Der Wolf hat bei uns einfach keinen Platz." Ein weiteres Problem stellen gerade in Italien die Wolfhybriden dar. „Wölfe verpaaren sich mit Haushunden und sind somit keine schützenswerte Rasse mehr. Es tun sich in dieser Hinsicht immer mehr Probleme auf." Die Herausforderungen sind jedoch weiterhin groß, weiß Rinner zu berichten: „Gerade NGO's erhalten durch den Wolf sehr viele Spendengelder und sind damit in der öffentlichen Präsenz unschlagbar. Wir arbeiten nun daran, aufzuzeigen, welche Auswirkungen und welch enormes Tierleid ein Wolfsriss mit sich bringt und dass der Wolf mit Sicherheit kein Streicheltier, sondern nach wie vor ein Beutegreifer ist." Konkrete Maßnahmen nannte Rinner auch: „Unser Maximalziel ist ein wolfsfreies Südtirol, dafür wollen wir sukzessive den Druck auf die Lokalpolitik aufbauen, Partner in Tourismus und den Gemeinden suchen, die Bevölkerung aufklären und die überregionale Zusammenarbeit stärken."

Sind für das Wohl unserer Tiere verantwortlich
Unmissverständlich brachte LK-Präsident Josef Hechenberger seinen Standpunkt zum Ausdruck: „Auf unseren 2000 Tiroler Almen verbringen 180.000 Tiere den Sommer und ich werde mich mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass das auch in Zukunft so bleibt. Wir Bauern wollen und werden weiterhin Lebensmittel für unsere Bevölkerung produzieren und kein Futter für Wölfe." Und Hechenberger ergänzte: „Der Blick über die Landesgrenzen zeigt uns, dass wir noch einen langen steinigen Weg vor uns haben. Wir werden die Südtiroler Bauern unterstützen. Denn eines ist klar: Eine Rudelbildung würde für die Tiroler Almwirtschaft das Aus bedeuten." Abschließend merkte Hechenberger durchaus kritisch an: „Momentan vermisse ich noch die Unterstützung des Tourismus. Kommt der Wolf nach Tirol, so würde das auch einen massiven Eingriff in unsere Tourismus- und Freizeitwirtschaft bedeuten."
Bezirksbauernobmann Hans Gwiggner bedankte sich bei allen teilnehmenden Personen: „Ich bin froh, dass sich Forum Land dieses Themas annimmt und es zu einem Thema des gesamten ländlichen Raumes und nicht nur der Bauernschaft macht. Ich hoffe, dass wir gemeinsam an einer tragfähigen Lösung des Problems arbeiten können."

Foto: Diskutierten in Hopfgarten (v. l.): Forum Land Landesobmann NR Hermann Gahr, Hauptreferent Bauernbunddirektor Siegfried Rinner (Südtirol), Forum Land Bezirksobfrau Christine Schmid, LK-Präsident Josef Hechenberger und Bezirksbauernobmann Hans Gwiggner.


Aktuelle Termine

Sprechtag
Dienstag, 24. September 2019
BLK Lienz

Details

Sprechtag
Mittwoch, 25. September 2019
BLK Landeck

Details

alle Termine


JETZT Wahlkarte beantragen

Am 29.9. nicht da? Einfach Wahlkarte beantragen und ganz bequem wählen. www.oesterreich.gv.at

 

Details


Tirol braucht seine Bauern!

Finden Sie mehr Infos zur Kampagne und zu den beliebten Tiroler-Bauern-Produkten in unserem Online-Shop.

Mehr


Hundekottafeln bestellen!

Die Hundekotproblematik ist ein ernst zu nehmendes Thema und betrifft viele Bauern in unserem Land. Wir setzen auf Aufklärung und bieten deswegen unsere Hundekottafeln zum Verkauf an. Infos, Bestellungen etc. unter tbb@tiroler-bauernbund.at oder Tel. 0512/59900-12

Infos, Preise, etc.

Infos, Preise, etc.

Unsere Adresse


Tiroler Bauernbund
Brixner Straße 1
A-6020 Innsbruck
Tirol - Österreich
Telefon +43 512 59900-12
Fax +43 512 59900-31

Email

Bauernbund Wetterservice


Unsere Bauernbund-Agrarwetterhotline ist täglich abrufbar unter: Tel. 0512/561593

aktuelles Wetter

Wozu Tiroler Bauernbund?


In unserem Imagefilm und der Infobroschüre erfahren Sie mehr über Ursprung, Aufgaben, Ziele und die Bedeutung des Tiroler Bauernbundes.

Aktuelle Videos

Broschüre

Volltextsuche


Die einfache Suche nach Personen, Orten, Dingen und Terminen!

Tiroler Bauernbund

powered by webEdition CMS