„Milchwirtschaft ist die Königsdisziplin“

Die Milchwirtschaft hat in Tirol Tradition, genauso wie das Streben nach immer besserer Qualität und ständiger Weiterentwicklung der Produktpalette. Anlässlich des Weltmilchtages luden auch die Bezirke Innsbruck und Kufstein zu Pressegesprächen auf Milchbetriebe.

06.06.2019

Milchwirtschaft ist die Königsdisziplin der Landwirtschaft im Berggebiet., erklärte Bezirksbauernobmann Thomas Schweigl, der gemeinsam mit Viktor Pischl, Funktionär bei der Tirol Milch, und der stellvertretenden Bezirksbäuerin Monika Mair auf den „Tolerhof" der Familie Karl und Barbara Ruetz in Oberperfuß lud.
„Die kleinstrukturierten Milchvieh-Betriebe mit durchschnittlich 14,5 Kühen erstrecken sich über ganz Tirol. Sie übernehmen nicht nur als Lebensmittelproduzenten wichtige Aufgaben für das Land", ist Bezirksbauernobmann Ing. Thomas Schweigl überzeugt. Nicht nur bei der Produktion gibt es die höchsten Standards, sondern auch was das Thema Tierwohl betrifft: „Tierwohl und Tiergesundheit werden in Tirol strengstens kontrolliert. Darüber hinaus ist es in unserer kleinstrukturierten Berglandwirtschaft so, dass das Wohl unserer Tiere und das Wohlergehen des Bauern ganz eng aneinander geknüpft ist. Das ist ein ganz wesentliches Unterscheidungsmerkmal zur Massentierhaltung im Ausland", klärt Schweigl auf.
Die stellvertretende Bezirksbäuerin Monika Mair beobachtet eine Trendwende und ein Umdenken in der Gesellschaft. „Gott sei Dank greifen immer mehr Konsumenten zum regionalen Produkt und achten sehr genau auf die Herkunft." Darüber hinaus stellte die aktive Milchbäuerin fest: „Unsere Zeit wird schnelllebiger und diesen Entwicklungen sind auch unsere bäuerlichen Familienbetriebe ausgesetzt. Den klassischen, im Vollerwerb geführten Milchviehbetrieb, wie ihn meine Eltern noch kannten, gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Mittlerweile geht ein Großteil der Milchbauern einem Nebenerwerb nach und ist berufstätig, oder der Milchviehbetrieb wird mit einer zusätzlichen Erwerbskombination wie zum Beispiel Direktvermarktung, Urlaub am Bauernhof, Eierproduktion etc. bewirtschaftet."
„Eine wesentliche Herausforderung der Milchwirtschaft im Berggebiet stellt der Wettbewerbsnachteil gegenüber der Landwirtschaft in Gunstlagen dar", schildert Viktor Pischl die Herausforderung der Abholung der Milch bei den einzelnen Berg- und Almbauern. „Regionale Lebensmittelproduzenten sichern die Versorgung und damit auch die Unabhängigkeit im Land. Damit alle auch noch so kleinen Betriebe, selbst in abgelegenen Ortschaften einen Abnehmer für ihre Milch finden, braucht es eine ausgeklügelte Infrastruktur. Diese stellen wir von der Tirol Milch bereit", erklärt Viktor Pischl.

Große Rolle der Milchwirtschaft im Bezirk Kufstein
Im Bezirk Kufstein spielt die Milchwirtschaft eine traditionell besonders große Rolle: „Unsere 932 Lieferanten liefern jährlich rund 86 Mio. kg Milch an unsere vier privaten Sennereien und die Tirol Milch in Wörgl und somit schaffen es unsere Bauern locker, die gesamte Milch-Produktpalette abzudecken", gibt Bezirksbauernobmann Johann Gwiggner einen Überblick. „Wir sind ein sehr stark grünlandbasierter Bezirk mit einem extrem hohen Biomilchanteil, da 34 Prozent unserer Bauern Biobauern sind. Es wurde bei uns im Bezirk bereits sehr früh erkannt, dass wir uns mit unserer qualitativ hochwertigen Milch von der Masse am Weltmarkt abheben müssen – nur so haben wir auch in Zukunft Bestand am Weltmarkt", so Gwiggner. Diese Bobachtung unterstreicht auch Biopionier Heinz Gstir, der auch Obmann der Biosennerei Hatzenstädt ist: „Es gibt in unserer Bevölkerung einen immer größeren Anteil, der sehr bewusst kauft. 17 Prozent der Trinkmilch ist bereits Biomilch, aber der Rest greift nach wie vor zum billigen Produkt und schaut lieber auf den Preis, als auf die Herkunft."
Der Obmann des Tiroler Almwirtschaftsvereines, Sepp Lanzinger, brachte den Mehrwert der heimischen Almen und der Produkte, die während der Sommermonate dort produziert werden, zur Sprache: „Ich wünsche mir, dass wir in Zukunft unsere Almprodukte und den Mehrwert unserer Almen für die gesamte Bevölkerung als Naherholungsgebiet und Schutzfaktor vor Vermurungen und Umweltkatastrophen noch besser im Bewusstsein unserer Bevölkerung verankern. Da erhoffe ich mir in Zukunft noch mehr Rückendeckung von Seiten der Landespolitik und der Tirol Werbung."
Gwiggner sprach offen einen Wunsch aus: „Eine Bezuschussung der Transportkosten wäre in dieser Hinsicht eine enorme Kostenentlastung, die sich in weiterer Folge direkt auf den Milchpreis unserer Bäuerinnen und Bauern auswirken würde."

Fotos:
Anlässlich des Weltmilchtages informierten (v. l.) Viktor Pischl von der Tirol Milch, Bezirksbäuerin-Stv. Monika Mair, Familie Barbara und Karl Ruetz vom Tolerhof in Oberperfuß und Bezirksbauernobmann Thomas Schweigl über die Milchwirtschaft im Bezirk Innsbruck.

Am Hof von Andrä Schipflinger (Mitte), „Adambauer" in Kirchbichl, tauschten sich (v. l.) Heinz Gstir von der Biosennerei Hatzenstädt, Thomas Osl, Werksleiter der Tirol Milch in Wörgl, Bezirksbauernobmann Hans Gwiggner und der Obmann des Tiroler Almwirtschaftsvereines, Sepp Lanzinger, über die Herausforderungen der heimischen Milchwirtschaft aus.


Aktuelle Termine

Sprechtag
Dienstag, 25. Juni 2019
BLK St. Johann in Tirol

Details

Sprechtag
Mittwoch, 26. Juni 2019
BLK Imst

Details

alle Termine



Tirol braucht seine Bauern!

Finden Sie mehr Infos zur Kampagne und zu den beliebten Tiroler-Bauern-Produkten in unserem Online-Shop.

Mehr


Hundekottafeln bestellen!

Die Hundekotproblematik ist ein ernst zu nehmendes Thema und betrifft viele Bauern in unserem Land. Wir setzen auf Aufklärung und bieten deswegen unsere Hundekottafeln zum Verkauf an. Infos, Bestellungen etc. unter tbb@tiroler-bauernbund.at oder Tel. 0512/59900-12

Infos, Preise, etc.

Infos, Preise, etc.

Unsere Adresse


Tiroler Bauernbund
Brixner Straße 1
A-6020 Innsbruck
Tirol - Österreich
Telefon +43 512 59900-12
Fax +43 512 59900-31

Email

Bauernbund Wetterservice


Unsere Bauernbund-Agrarwetterhotline ist täglich abrufbar unter: Tel. 0512/561593

aktuelles Wetter

Wozu Tiroler Bauernbund?


In unserem Imagefilm und der Infobroschüre erfahren Sie mehr über Ursprung, Aufgaben, Ziele und die Bedeutung des Tiroler Bauernbundes.

Aktuelle Videos

Broschüre

Volltextsuche


Die einfache Suche nach Personen, Orten, Dingen und Terminen!

Tiroler Bauernbund

powered by webEdition CMS