Naturgefahren: 76 Mio. Euro in Schutz investiert

Um den Auswirkungen von Naturereignissen vorzubeugen, investieren das Land, der Bund und Gemeinden 76,6 Millionen Euro in das Naturgefahrenmanagement 2019.

14.03.2019

Rückblick auf das Jahr 2018: Mehrere Naturgefahren suchten Tirol heim, darunter schwere Sturm-, Mur- und Hochwasserereignisse. Schäden in Millionenhöhe waren die Folge.
Der Naturgefahrenmanagementplan 2019 sieht die Aufarbeitung dieser Katastrophen vor. 76,6 Millionen Euro aus öffentlicher Hand werden in die Reparatur und Instandhaltung von Schutzbauten, die Pflege und Aufstockung der Schutzwälder sowie weitere Schutzmaßnahmen investiert.

Finanzkraft vom Bund, Land und den Gemeinden
Die finanziellen Mittel kommen vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, dem Land Tirol und den beteiligten Gemeinden. Der größte Teil geht mit 27,8 Millionen Euro in den Schutz vor Wildbächen, 21,2 Millionen Euro sind für Tal- und Hauptgewässer vorgesehen. Auf einen wichtigen Schwerpunkt, die Schutzwalderhaltung, entfallen 18 Millionen Euro. Für Maßnahmen gegen Erosion und Steinschlag werden 3,9 Millionen Euro in die Hand genommen.
Das Naturgefahrenmanagement sieht außerdem 5,7 Millionen Euro für den Lawinenschutz vor. Das von Bundesministerin Elisabeth Köstinger aufgelegte Sonderprogramm Lawinenschutz sieht für die kommenden vier Jahre zusätzlich 45 Millionen Euro vor. „Der Bund ist vor allem in finanzieller Hinsicht ein unverzichtbarer Partner für uns", stellte LHStv. Josef Geisler klar und dankte Elisabeth Köstinger sowie Gebhard Walter, Leiter der Sektion Tirol der Wildbach- und Lawinenverbauung, für ihren Einsatz.

Schutzmaßnahmen 2018 verhinderten Schlimmeres
„Unser Land im Gebirge ist vielen Gefahren ausgesetzt, hundertprozentigen Schutz wird es nie geben. Dennoch hat Tirol ein hohes Schutzniveau. Nach menschlichem Ermessen wurde und wird alles mögliche getan, um dieses Niveau zu wahren", meinte LHStv. Geisler.
„In den letzten Jahren und Jahrzehnten hat sich nicht nur im Bereich der Naturereignisse, sondern auch im Bereich der Schutzmaßnahmen viel getan", erklärte Geisler, zuständig für Katastrophenschutz und -management. „Am Beispiel des exakt berechneten Hochwasserstandes in Osttirol kann man sehen, wie zielgenau die Prognosen der Experten sind. Dahinter steckt viel Erfahrung und Know-How," hob der Landeshauptmannstellvertreter hervor. Lobend sprach Geisler auch über die unermüdliche Arbeit der Einsatzorganisationen, die schlimmere Schäden und Tote verhindern konnten.

Übersicht
Investitionsvolumen nach Bezirken

  • Lienz: 16.338 Mio. Euro
  • Kitzbühel: 10.647 Mio. Euro
  • Schwaz: 10.052 Mio. Euro
  • Landeck: 9.755 Mio. Euro
  • IBK-Land: 9.143 Mio. Euro
  • Reutte: 7.917 Mio. Euro
  • Imst: 5.839 Mio. Euro
  • Kufstein: 5.779 Mio. Euro
  • IBK-Stadt: 1.092 Mio. Euro
 
Übersicht: Tirol und seine Schutzmaßnahmen
Gemeinsam arbeiten das Land (unter anderem Landesforstdirektion und Wasserwirtschaftsabteilung) sowie die WLV an der Aufarbeitung der Schadenereignisse 2018.
 
Unteres Unterinntal
Einen großen Schritt in Richtung Hochwasserschutz haben die Gemeinden des Unteren Unterinntals gemacht. Die Gründung des Wasserverbands sei laut LHStv. Josef Geisler bereits „in der Pipeline". Im Bereich des Unteren Unterinntals sind 2200 Gebäude und 160 Hektar Bauland laut Gefahrenzonenplanung von einem 100-jährlichen Hochwasser bedroht. Auch im Mittleren Unterinntal sind die Gemeinden im Gründungsprozess des Wasserverbandes bereits sehr weit.
 
Osttirol
Ende Oktober 2018 hat das Sturmtief Vaia mit Windböen von mehr als 200 km/h in Osttirol enorme Forstschäden verursacht. 2000 Hektar Waldfläche waren vom Sturm betroffen. Die Folgen waren rund 500.000 m3 Schadholz, 1000 Waldbesitzer sind betroffen. „Für uns steht im Vordergrund, die Windwurfschäden im betroffenen Gebiet aufzuarbeiten und den Schutzwald in möglichst kurzer Zeit zu verjüngen", erklärt Landesforstdirektor Josef Fuchs. Dafür werden in den kommenden 20 Jahren 11,9 Millionen Euro investiert. „Während das Schadholz aufgearbeitet wird und bis der Schutzwald wieder seine volle Wirkung hat, sind umgehend technische Steinschlag- und Lawinenschutzmaßnahmen notwendig", erläutert Gebhard Walter, Leiter der Sektion Tirol der WLV. Wie beim Schutzwald ist auch beim Hochwasserschutz das Zusammenspiel der Maßnahmen ein wesentlicher Faktor. Die Hauptmaßnahmen werden in diesem Jahr realisiert. Dabei handelt es sich um die Sanierung der Gerinne und der bestehenden Verbauungen sowie Ufersicherungen. Die Gesamtkosten für die Sofortmaßnahmeprojekte der WLV nach dem Hochwasser in Osttirol liegen bei 2,8 Millionen Euro. Auch die Bundeswasserbauverwaltung hat einen ihrer Schwerpunkte im Bezirk Lienz. „Nach dem Hochwasserereignis im Oktober 2018 werden entlang der Drau zwischen Sillian und Lienz auf einer Gewässerstrecke von 25 Kilometern insgesamt 42 Maßnahmen umgesetzt", sagt Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes Tirol.
 
Foto: Die treibenden Kräfte hinter dem Naturgefahrenmanagement: (v. l.) Landesforstdirektor Josef Fuchs, LHStv. Josef Geisler, Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes, und Gebhard Walter, Leiter der Sektion Tirol der Wildbach- und Lawinenverbauung.


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