„Unverständliches Urteil“: Reaktionen aus der Politik

Weit über Tirols Grenzen hinaus entsetzt das Ergebnis des Gerichtsprozesses um eine Auseinandersetzung zwischen Kuh und Wanderin mit Hund im Pinnistal (Stubaital), der tödlich endete.

28.02.2019

Tirol, wie wir es kennen, bedroht
Tirols Politiker sehen sich in der Pflicht, dem existenzbedrohenden Urteil entgegenzutreten.
Landeshauptmann Günther Platter empört sich: „Das Gerichtsurteil ist nicht nachvollziehbar. Ich stelle mich unmissverständlich auf die Seite der Bauern. Die in unserem Land seit Jahrhunderten praktizierte Form der Almbewirtschaftung steht auf dem Spiel. Sowohl Gäste als auch Einheimische haben negative Konsequenzen zu befürchten. Ich hoffe deshalb, dass die Berufung gegen das Urteil Erfolg haben wird."
Auch die Wirtschaft lässt das Urteil nicht kalt. Franz Hörl, Obmann des Tiroler Wirtschaftsbundes, betont den Wert der Almwirtschaft: „Mit der Begründung, dass aufgrund eines ausgewiesenen Wanderweges eine Umzäunung notwendig gewesen wäre, wird die landwirtschaftliche Nutzung der Freizeitnutzung untergeordnet. Damit klammert das Gericht nicht nur den Wert der Bewirtschaftung unserer Almen, sondern auch die Anforderungen an die menschliche Eigenverantwortung aus. Schließlich wurde mit Hinweisschildern auf wichtige Verhaltensregeln hingewiesen."

Österreichweite Unterstützung
Das „Aus für unsere Almen" sagt der österreichische Bauernbundpräsident Georg Strasser bei Bestehen des Gerichtsurteils voraus. Agrarministerin ElisabethKöstinger stimmt ihm zu: „Ich kann das wirklich nicht nachvollziehen, wie es zu solchen Entscheidungen kommt."
Josef Moosbrugger, Präsident der LK Österreich, ruft in Erinnerung, dass die Weidewirtschaft nicht nur aus Tierschutzgründen, sondern auch im Sinne von Artenschutz, Biodiversität, Landschaftserhaltung und Klimaschutz dringend erforderlich ist.

Kein Almtourismus ohne Eigenverantwortung
Bangen um Haus und Hof, die Wirtschaftsgrundlage, kurz gesagt: die gesamte Existenz. Die Angst, die der verklagte Bauer aus Neustift durchleben muss, wollen sich viele Bauern in und außerhalb von Tirol ersparen.

Wanderwege und Almen gesperrt
Ein Bauer aus dem Alp-bachtal war der Erste, der ankündigte, seine Alm im Sommer für Freizeitnutzer zu sperren. In einem Brief erklärt er, dass er sich aufgrund des Gerichtsurteils, das die fehlende Eigenverantwortung der Menschen und den nicht vorhandenen Respekt vor bäuerlichem Eigentum beweist, gezwungen sieht, seine Alm und die Wanderwege, die hindurchführen, zu sperren.
„Ich bin sicher nicht bereit, von Freizeithungrigen und deren Anwälten an den Pranger gestellt zu werden und von Generationen praktizierte Almwirtschaft zerstören zu lassen", schreibt der Alpbacher.
Eine konkrete Ankündigung, Wanderwege zu sperren, gibt es auch von zwei Almbauern aus der Pyhrn-Priel-Region (OÖ). Sie wollen die Almen erst wieder für Freizeitnutzer zugänglich machen, wenn geklärt ist, wer die Haftung für mögliche Zwischenfälle übernimmt.

Eigenverantwortung der Freizeitnutzer
Stephan Pernkopf, Niederösterreichs Bauernbundobmann, stellte gegenüber der Kronen Zeitung (Ausg. vom 24.02.2019) klar: „Unsere Weiden sind kein Freilichtmuseum, sondern knochenharter Arbeitsplatz sowie Produktionsstätte für wertvolle regionale Lebensmittel unter freiem Himmel. Dessen muss sich jeder bewusst sein, egal, ob er zu Fuß oder auf dem Rad unterwegs ist. Es gilt Eigenverantwortung. Daher volle Unterstützung für die Almbauern."

Foto: Immer wieder entbrennen Konflikte zwischen Kühen und Wanderern. Besonders gefährlich kann die Situation werden, wenn auch Hunde involviert sind. (Symbolbild)


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