LHStv. Geisler: Viele Investitionen in die Landwirtschaft im neuen Jahr

Ein schönes neues Jahr wünscht man auch aus dem Büro des Landeshauptmannstellvertreters. Einen Rückblick auf das Jahr 2018 und einen Ausblick auf das neue Jahr konnte Josef Geisler im Interview mit der Tiroler Bauernzeitung geben.

08.01.2019

Wenn Sie eine kurze Bilanz über das abgelaufene Jahr ziehen, was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Punkte?
GEISLER: 2018 hat es wieder zahlreiche Initiativen in den Bereichen Regionalität, Produktentwicklung und Vermarktung gegeben. Das freut mich insbesondere deshalb, weil das die Innovationsfreude und Zukunftsausrichtung der Tiroler Landwirtschaft unterstreicht.

An welche Initiativen denken Sie da?
GEISLER: Die Käseschneide- und Verpackungsanlage Tirol Pack hat ihre Arbeit aufgenommen und läuft sehr erfolgreich. Mit der Tiroler Felsenkäserei, einem Gemeinschaftsprojekt zur Käsereifung, ist bereits das nächste Projekt in der Pipeline. Wir haben den Startschuss für die Modellregion Landeck zur stärkeren Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Tourismus gegeben. Das Qualitätsfleischprogramm „Almrind" in Zusammenarbeit mit SPAR ist gestartet, und der Getreideanbau wird in Tirol auch durch die regionalen Biersorten der Brauereien zunehmend interessanter.

Was verbindet all diese Initiativen?
GEISLER: In erster Linie stehen unternehmerisch denkende Menschen auf den Bauernhöfen, in den Verarbeitungsbetrieben und in den bäuerlichen Organisationen dahinter. Sie alle wollen in der Tiroler Landwirtschaft etwas bewirken, die Wertschöpfung steigern und regionale Kreisläufe stärken. Es zeigt sich aber auch, dass wir mit dem Landeskulturfonds (LKF) ein gutes Instrument haben, um überbetriebliche Vorhaben auch finanziell zu unterstützen. Der Projektkoordinator der Modellregion Landeck wird genauso vom LKF getragen wie die Personalkosten zur Betreuung des Qualitätsfleischprogramms „Almrind". Man könnte sagen, der LKF hat sich zum Financier von landwirtschaftlichen Start-ups entwickelt.

Das Jahr 2018 war auch geprägt von Wetterkapriolen.
GEISLER: Ja, vor allem die Gebiete im Tiroler Oberland hatten mit extremer Trockenheit zu kämpfen. Unwetter und Sturm haben Ende Oktober vor allem Osttirol und dort den Wald schwer getroffen. Positiv war, dass die eben erst teilweise fertiggestellten Hochwasserschutzmaßnahmen Sillian und Heinfels vor einer Überflutung bewahrt haben.

Was heißt das für das Jahr 2019?
GEISLER: Das Land Tirol wird gemeinsam mit den Waldbesitzern intensiv daran arbeiten, die Schäden möglichst rasch aufzuarbeiten und so die Borkenkäfergefahr einzudämmen. In weiterer Folge müssen wir die Schutzfunktion der Wälder wieder herstellen, was allerdings Jahre bis Jahrzehnte dauern wird. Dafür haben wir im Land auch ein entsprechendes Unterstützungspaket geschnürt. Wir werden uns aber auch verstärkt Gedanken machen, wie wir mit der Trockenheit umgehen. Die Revitalisierung von Bewässerungsanlagen im Oberland ist dabei ein wichtiger Ansatz.

Im Landesbudget 2019 gibt es einige Schwerpunkte im landwirtschaftlichen Bereich. Welche sind das?
GEISLER: An erste Stelle möchte ich den Schwerpunkt „Tierwohl und Nachhaltigkeit" nennen. Damit wollen wir etwa Investitionen in tiergerechte Stallformen in extremeren Lagen fördern und unsere regionalen Lebensmittel noch besser und unverwechselbarer machen. Vor dem Hintergrund der Klimaveränderung haben wir auch die Mittel zur Unterstützung der Mehrgefahrenversicherung für die Landwirtschaft erheblich aufgestockt. Das alles sind Maßnahmen, die direkt auf den Höfen ankommen.
Nach langjährigen Bemühungen ist es Ihnen auch gelungen, die Mittel für das ländliche Wegenetz zu erhöhen.
GEISLER: Ja, das war ja auch ein Schwerpunkt im Wahlprogramm. Nach einigen finanziell sehr knappen Jahren haben wir heuer doppelt so viele Finanzmittel zur Verfügung. Wir können damit im heurigen Jahr 22 Bauvorhaben neu beginnen. Die Herausforderung wird sein, die nunmehrigen Mittel längerfristig abzusichern.

Der Grundverkehr – auch der grüne Grundverkehr – ist wieder einmal stark in Diskussion. Wie geht es hier weiter?
GEISLER: Es stimmt, es wird intensiv diskutiert. Allerdings sehe ich in gewisser Weise eine Trendumkehr. Nach dem wir jahrelang gezwungenermaßen liberalisieren mussten, hat sich jetzt die Meinung durchgesetzt, dass dies zu Fehlentwicklungen geführt hat. Selbst der Europäische Gerichtshof hat seine Judikatur leicht geändert. Deshalb prüfen wir jetzt, ob wir zusätzlich zum bestehenden und funktionierenden Interessentenmodell die Selbstbewirtschaftung wieder stärker verankern können. Nicht gerüttelt wird am Ziel des landwirtschaftlichen Grundverkehrs – nämlich der Sicherung und Aufrechterhaltung der bäuerlichen Agrarstruktur.

Ebenfalls in Diskussion sind die Bedingungen, die „Zurück zum Ursprung" an die Milchlieferanten stellt.
GEISLER: Wir sind in der Tiroler Landwirtschaft immer einen ehrlichen Weg gegangen und haben den Konsumenten nichts vorgegaukelt. Das werden wir auch beibehalten. Der tägliche Auslauf ist nicht überall machbar, und die im Raum stehende Laufstallpflicht ist weder für alle Betriebe noch für das Tierwohl der Weisheit letzter Schluss.
Fortsetzung auf Seite 10


Aktuelle Termine

Sprechtag
Mittwoch, 27. März 2019
BLK Imst

Details

Europaregion "Tirol-Südtirol-Trentino"
Mittwoch, 27. März 2019,
ab 18:00 Uhr
Medienraum Tiroler Volkspartei, Fallmerayerstraße 4, 6020 Innsbruck

Details

alle Termine


JETZT UNTERSCHREIBEN!

Unterstützen Sie ONLINE die Unterschriftenaktion für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung. Damit Menschen wissen, woher ihr Essen kommt!

Hier unterschreiben!



Tirol braucht seine Bauern!

Finden Sie mehr Infos zur Kampagne und zu den beliebten Tiroler-Bauern-Produkten in unserem Online-Shop.

Mehr


Hundekottafeln bestellen!

Die Hundekotproblematik ist ein ernst zu nehmendes Thema und betrifft viele Bauern in unserem Land. Wir setzen auf Aufklärung und bieten deswegen unsere Hundekottafeln zum Verkauf an. Infos, Bestellungen etc. unter tbb@tiroler-bauernbund.at oder Tel. 0512/59900-12

Infos, Preise, etc.

Infos, Preise, etc.

Unsere Adresse


Tiroler Bauernbund
Brixner Straße 1
A-6020 Innsbruck
Tirol - Österreich
Telefon +43 512 59900-12
Fax +43 512 59900-31

Email

Bauernbund Wetterservice


Von April bis Oktober 2018 verzeichneten wir 160.000 Anrufe auf unserer Bauernbund-Agrarwetterhotline. Abrufbar ist unsere Wetterhotline wieder ab April unter: Tel. 0512/561593

aktuelles Wetter

Wozu Tiroler Bauernbund?


In unserem Imagefilm und der Infobroschüre erfahren Sie mehr über Ursprung, Aufgaben, Ziele und die Bedeutung des Tiroler Bauernbundes.

Aktuelle Videos

Broschüre

Volltextsuche


Die einfache Suche nach Personen, Orten, Dingen und Terminen!

Tiroler Bauernbund

powered by webEdition CMS