Schrille Nacht – scheinheilige Nacht

„Komm zu uns, es weihnachtet – vom 15. 11 bis 27. 11. 2018 Prozenttage!“ „Bis zur Stillen Nacht wieder besser hören! Mit Hörgeräten von ...“ (Besser HINhören wäre wichtig, denn das Wesentliche bleibt Aug` und Ohr verschlossen, das sieht/hört man nur mit dem Herzen.) „Schneewette: Wenn’s am Heiligen Abend schneit, gibt’s mit etwas Glück den Kaufpreis zurück!“

23.12.2018

Ich gebe es zu, auch ich muss mich im Advent in den Geschäften tummeln und für meine Lieben Geschenke besorgen, ohne geht es nun wirklich nicht. Und es wird immer schwieriger, für Kinder, die eigentlich alles Nötige haben, etwas Sinnvolles zu finden, mit dem sie auch noch Freude haben. Das für einen Elf-, einen Neun- und eine Siebenjährige im Jahr 2018.
Die Werbetreibenden machen dir vor Weihnachten sogar ein neues Spülklo schmackhaft, was vielleicht nötig, aber nicht erfreuend ist. Online kann man sich 24 Stunden lang in den verschiedensten Geschäften aufhalten, ohne Stau, ohne Parkplatzsuche, ohne Schlange an der Kassa, aber will ich wirklich am Burnout des Paketauslieferers schuld sein? Nein! Ich trage meine Pakete eigenhändig ins Haus. Warum beschenken wir uns eigentlich zu Weihnachten? Gewohnheit, Brauch? Weil es alle tun? Hat es was mit der Geburt Christi zu tun? Gut, die Sterndeuter hatten schon Geschenke dabei, und ich glaube nicht, dass sich Maria und Josef über Weihrauch und Myrrhe so richtig gefreut haben. Sie hätten wahrscheinlich eher was zu essen und zu trinken gebraucht. Also war das schon das erste Weihnachten, an dem die Beschenkten nicht ganz glücklich mit ihren Geschenken waren, so hat sich dieser Brauch wohl gehalten, 2000 und 18 Jahre lang ...
Auch das „Gold" von den drei Weisen aus dem Morgenland ist geblieben, das Glitzer und Gefunkel in der Weihnachtsbeleuchtung, ganze Geschäftsauslagen blenden und verblenden einen. Aber jede Lichterkette, ob gold-gelb oder bunt, bringt nichts, wenn das Licht in unserem Herzen nicht brennt. Jedes Dorf wird strahlend erleuchtet, im Advent wird es eigentlich nie mehr richtig dunkel um uns herum, oder ist es gerade deshalb dunkel IN uns? Die Psychologen und Psychiater können ein Lied davon singen. Die Selbstmordrate um Weihnachten steigt jedes Jahr. Wir, die im Menschengewirr der Zeit unterzugehen drohen, sind wirklich einsamer geworden, aber warum?
Nun zurück zu meiner Einkaufstour. Ich treffe eine Freundin, die am 24. Dezember immer in einem Schmuckgeschäft aushilft, wir nehmen uns Zeit für einen Kaffee und sie erzählt mir manch' lustige Einkaufsgespräche. Eines davon möchte ich wiedergeben:
Klingeling, klingeling, die Türglocke läutet, ein junger Mann betritt das Schmuckgeschäft. Schüchtern schaut er sich um und wartet auf die Bedienung. „Grüß Gott, was kann ich für Sie tun?" „Ich brauche was für meine Freundin?" „Was haben Sie sich denn vorgestellt?" „Eigentlich nichts, ich brauche nur dringend was, für heute Abend." „Aha, ich verstehe. In Gold oder trägt Ihre Freundin eher Silber?" „Das weiß ich nicht, aber Silber wird wohl günstiger sein, oder?" „Wir haben von – bis in den Auslagen." „In Silber bitte." „An was hätten sie denn gedacht?" „Ich meine eine Halskette, mit oder ohne Anhänger, Perlenkette, Ohrringe, einen Ring, Armreifen, Armbanduhr, Fußketterl, Armband, mit oder ohne Anhänger, ein Erinnerungsstück mit Gravur?" „Mit was?" „Wir könnten Initialen in ein Schmuckstück gravieren." „Nein, danke, das muss nicht sein, dann Ohrringe." „Stecker oder Hänger, lang, kurz, oder Reifen?" „Ich (genervt) brauche einfach ein Geschenk, nicht zu teuer, nicht zu billig, schnell bitte." „Mit was hätte Ihre Freundin denn eine Freude?" „Klamotten, aber ich weiß ihre Größe nicht." „Dafür sind wir aber nicht das richtige Geschäft." „Weil ich eben die Kleidergröße nicht weiß, bin ich in ein Schmuckgeschäft gegangen. Haben Sie nun was für mich, ähm, meine Freundin?" „Dann scheidet ein Ring wohl auch aus!" „Warum?" „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie ihren Finger abgemessen haben..." „Nein, und für Ring ist es noch zu früh, ich kenn sie ja erst zwei Monate. Ich hätte eher an was Unscheinbares gedacht." „Also, Unscheinbares finden Sie bei uns leider nicht," sagt die Verkäuferin und streift mit der Hand über die Glasvitrinen, die die funkelnden, glitzernden Klunker ins rechte Licht rücken. „Ach so, ja was kauf ich ihr denn dann, um Himmels Willen?" Die Verkäuferin sieht, wie Panik in ihrem jungen Kunden aufsteigt, und sagt die erlösenden Worte: „Soll's vielleicht ein Gutschein sein?" „Gutschein? – Das klingt großartig! Aber bitte eingepackt, mit einem goldenen Mascherl drum, schließlich habe ich das Geschenk mit Liebe ausgesucht!"

Mit Liebe ausgesucht
Er ist schon nahe dran, der junge Mann, am wahren Sinn von Weihnachten. Mit der richtigen Liebe im Herzen, zu sich selbst, zum Jesuskind und zu unseren Mitmenschen kann aus der „Schrillen Nacht, Scheinheiligen Nacht" wieder eine „Stille Nacht, Heilige Nacht" werden. Weihnachten wie früher: – Fastentag bis mittags, den Christbaum vom Wald holen, wenn möglich, den magersten, der am schiefsten steht, den will sonst niemand. Den Baum mit den Kindern schmücken, Nudelsuppe vorbereiten, nach der Arbeit geht die ganze Familie räuchern, Weihwasser spritzen. In sich kehren beim Rosenkranzgebet, das wie meditieren wirken kann, wenn man in Ruhe seine Gedanken auf das Wesentliche lenkt, wie auch später in der Christmette. Zuvor läutet das Glöcklein, alle singen noch gemeinsam Weihnachtslieder, mit schielenden Augen auf die Paket-anhänger an den Geschenken, die man aber erst nach dem Abendessen aufmachen darf. Und die Kinder finden ein, zwei Päckchen für sich unter dem strahlenden Weihnachtsbaum, dem man seine mageren Äste gar nicht mehr ansieht, wenn man ihm tief ins Herz schaut. Wie der Dichter und Mystiker Angelus Silesius (1624 – 1677) es ausgedrückt hat: „Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren."

Gesegnete Weihnachten euch allen –
aus ganzem Herzen!
Monika Steiner.

Foto: Monika Steiner aus Kirchdorf in Tirol, verheiratet mit Markus Steiner aus Matrei i. O., ist gelernte Bürokauffrau, z. Z. Hausfrau und Mutter von Kilian, Simon und Theresa; Theaterautorin und Regisseurin bei der Heimatbühne Kirchdorf, schreibt gerne Geschichten und Gedichte über Dinge, „die das Leben so schreibt" (u. a. jede Woche „Flüchtige Gedanken" in der Tiroler Bauernzeitung).
monikasteiner07@gmx.at

 


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