Bergbauern sind kein Marketing-Gag

„Woher kommt mein Essen?“ - eine Frage, die sich viele Konsumentinnen und Konsumenten immer öfter stellen, und eine Frage, die letztendlich über den Erhalt der kleinstrukturierten Berglandwirtschaft in Tirol entscheidet.

29.11.2018

Vergangene Woche fanden die großen Bauernbund-Herbstkonferenzen in Kirchdorf, Breitenwang und Imst statt. Rund 260 Interessierte folgten der Einladung von Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler und den Bezirksbauernobmännern LAbg. Josef Edenhauser, Christian Angerer und Ök.-Rat Rudolf Köll. Hauptinhalte der Abende waren unter anderem die aktuellen Entwicklungen auf agrar- und landespolitischer Ebene, die Ausverhandlungen der GAP 2020+, die Tierwohldebatte und die Forderung des Bauernbundes nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln in öffentlichen Küchen.

Heimische Produkte fördern
„Wir fordern eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Milch-, Ei- und Fleischprodukte. Das soll auch für Gemeinschaftsverpflegungen, wie z. B. Kantinen oder Spitäler, gelten. Die Gastronomie lassen wir vorerst außen vor", erklärte Bauernbunddirektor BR Dr. Peter Raggl. Und Rudolf Köll ergänzte: „Bei all den Debatten, die wir derzeit zum Thema Tierwohl und Halteformen von Rindern führen, können wir unsere flächendeckende Alm- und Berglandwirtschaft nur erhalten, wenn uns die Konsumenten durch den Griff zu unseren Produkten unterstützen." Auch Bezirksbauernobmann Christian Angerer hat in seinem Bezirk zahlreiche Initiativen gesetzt, um regionale Kreisläufe zu stärken. „In enger Kooperation mit den Regionalmedien versuchen wir wichtige regionale Offensiven nach und nach zu präsentieren, damit die Konsumenten wissen, woher sie beste heimische Erzeugnisse beziehen können."
Auch LK-Präsident Josef Hechenberger betonte in seinen Referaten bei den Konferenzen: „Wir lassen unsere Tiroler Berglandwirtschaft nicht zum Marketing-Gag großer Handelsketten verkommen." Hechenberger betonte, dass es in Zukunft noch wichtiger werde, die Bevölkerung über die Arbeitsabläufe in der Landwirtschaft aufzuklären, um ein realistisches Bild von Landwirtschaft zu zeichnen.

Finanzen der Bergbauern
Ein wichtiges Thema der Abende war auch die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik. Sollte es im Rahmen des Brexit zu massiven Kürzungen in der sogenannten Säule zwei der Agrarsubventionen kommen, würde das zu allererst die kleinstrukturierte Landwirtschaft im Berggebiet treffen. Die Kitzbüheler Bauern überreichten eine Resolution an die Bauernbundspitze mit der Bitte, sich um Abfederung auf Landes- und Bundesebene einzusetzen.
„Wir werden alles daran setzen, unsere Familienbetriebe zu unterstützen. Es kann und darf nicht sein, dass Agrarkonzerne noch größer und stärker werden und die Berglandwirtschaft nach und nach ausgehungert wird. Da sind wir gemeinsam mit unserer Bundesministerin Elisabeth Köstinger stark vertreten", sicherte Josef Geisler den anwesenden Bauern zu.

Kennzeichnungspflicht
Kennzeichnungspflichtig sollen die Hauptzutaten (mehr als 50 Prozent des Gewichts eines Milch-, Fleisch- oder Eiproduktes) eines Produktes sein. Bei Eiern soll zudem auch die Haltungsform der Hennen angegeben werden, denn gerade bei verarbeiteten Eiern ist der Unterschied zwischen der noch immer erlaubten Käfighaltung in anderen EU-Staaten zu den Boden- und Freilandhaltungen in Österreich sehr groß. In Tirol sind die öffentlichen Großküchen bereits sehr vorbildlich unterwegs. Nahezu alle Küchen lassen sich freiwillig von der Agrarmarketing Tirol kontollieren und leisten damit einen wertvollen Beitrag ganz im Sinne der Regionalität.

Unterschriftensammlung
Um der Forderung des Bauernbundes bei der Bundesregierung Gewicht zu verleihen, wurde eine Unterschriftenaktion gestartet. Die Ortsbauernobmänner werden in ihren Heimatgemeinden Unterschriften sammeln. Wer die Aktion online unterstützen will, kann das auf www.gutzuwissen.co.at tun.

Foto: Im Rahmen der Bezirkskonferenzen überreichten die Kitzbüheler Bauern eine Resolution an LHStv. Josef Geisler (2. v. l.) im Beisein von LK-Präsident Josef Hechenberger und Bezirksbauernobmann LAbg. Josef Edenhauser (v. l.).


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