Rückkehr der Wölfe: Die Sorgen überwiegen!

In Kooperation mit dem Naturpark Tiroler Lech lud Forum-Land-Reutte zum Diskussionsabend „Die Rückkehr des Wolfes“ nach Elmen ein. Der Einladung folgten über 120 Interessierte.

11.10.2018

Information statt Emotion: In diesem Zeichen fand bereits der vierte Forum-Land-Diskussionsabend zum Thema „Die Rückkehr des Wolfes" statt. Mit den ca. 120 Besuchern in Elmen sind es mittlerweile über 800 Interessierte, die in wenigen Monaten die Forum-Land-Abende besucht und sich informiert haben. Auch diesmal war mit dem Tierschutzombudsmann des Landes Tirol, Dr. Martin Janovsky, ein namhafter Fachexperte als Hauptreferent geladen. Janovsky bot einen interessanten Streifzug durch die Geschichte und skizzierte die Entwicklungen in anderen Ländern genauso wie er einen Blick auf die Ist-Situation in Österreich richtete. Nachdem der Wolf ursprünglich flächendeckend beheimatet war, wurde er im 19. Jhd. nahezu ausgerottet. Nun erobert sich das Raubtier, das höchsten Schutzstatus in der europäischen Gesetzgebung genießt, nach und nach sein ehemaliges Terrain zurück. Als „Wecksignal" bezeichnet Janovsky einen Wolfsriss im Jahre 2009 am Imsterberg. Damals riss der Wolf 12 Schafe. Danach riss der Wolf erst wieder im Jahre 2017 sieben Tiere in Tirol. Wolfsnachweise gibt es im Zeitraum 2009-2017 flächendeckend für ganz Tirol.

Thema Wolf spaltet die Gesellschaft
„Wölfe haben einige ganz besondere Eigenschaften. Sowohl Männchen als auch Weibchen wandern sehr weit, sie passen sich sehr schnell an ihr Umfeld an und sind sehr fruchtbar, was bedeutet, dass ein Rudel sehr schnell wächst", so Janovsky in seinen Ausführungen. Unter anderem berichtete er von einem Rudel in der Nähe von Chur in der Schweiz, das sich beispielsweise in den vergangenen sieben Jahren sieben Mal fortgepflanzt und jedes Mal einen Wurf mit mindestens acht Jungen hervorgebracht hat. „Der gesellschaftliche Konflikt, der mit der Wiederkehr des Wolfes einhergeht, liegt vor allem jedoch in der Tatsache begründet, dass der Wolf ein Fleischfresser ist, und somit sind Konflikte mit der Bevölkerung, der Jagd, der Landwirtschaft, dem Tourismus, jedoch auch mit Erholungssuchenden und Hundebesitzern vorprogrammiert", so Janovsky weiter. Die Zahl der Wolfsfreunde sieht er klar in der Unterzahl. So war es auch in der anschließenden Diskussion in Elmen.

Jägerschaft: Der Wolf ist kein Kuscheltier
Die Wolfsfreunde waren am Diskussionsabend klar in der Minderheit. Eine Anwesende stellte offen die Frage: „Wer von uns hat das Recht festzulegen, welches Individuum leben darf und welches nicht? Meiner Ansicht nach ist auch der Wolf ein schützenswertes Tier und eine Bereicherung für uns alle." Die Antwort auf diese offene Anfrage folgte prompt, als sich eine Bäuerin aus dem benachbarten Bayern zu Wort meldete: „Und wieso hat der Wolf dann das Recht, mir mein Kalb im Stall zu reißen? Darf der Wolf darüber entscheiden, ob mein Kalb bei lebendigem Leib zerrissen werden will?" Auch zur Entschädigung äußerte sich die Betroffene: „Natürlich wurde mir der materielle Schaden entschädigt, aber es geht doch hier nicht um die Entschädigung. Ich kann das schon gar nicht mehr hören. Ich liebe meine Tiere. Ich will nicht, dass sie qualvoll zu Grunde gehen." Dazu meldete sich auch Bezirksjägermeister Arnold Klotz zu Wort: „Der Wolf ist kein Kuscheltier. Vor Kurzem wurden in der nahen Allgäuer Gemeinde Wertach mehrere Weidetiere gerissen, das ist bis zu uns her nur noch ein Katzensprung für den Wolf."
Forum Land Landesobmann NR Hermann Gahr und Bezirksbauernobmann Christian Angerer, die erst vor wenigen Wochen gemeinsam mit dem Tiroler Schafzuchtverband eine Petition eingebracht haben, stellten klar fest: „Wenn der Wolf zurückkehrt, ist unsere flächendeckende Berg- und Almlandwirtschaft massiv gefährdet. Deswegen fordern wir für Tirol eine wolffreie Zone." Abschließend appellierte Gahr auch an die Verantwortung der einzelnen: „Wer hält den Kopf hin, wenn etwas passiert? Ich möchte bereits jetzt präventiv handeln."


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