Paratuberkulose des Rindes: Wissenswertes für den Landwirt

Der Tiroler Tiergesundheitsdienst (T-TGD) stellt im Folgenden sein MAP-Projekt näher vor.

27.09.2018

Tirol ist aufgrund der bedeutenden Exporte von Zuchtrindern auf einen hohen Tierseuchenstatus angewiesen. Im Jahre 2013 startete man die Untersuchungen auf das Vorhandensein des Erregers (Mykobakterium avium subspezies paratuberkulosis = MAP) der Paratuberkulose in den Tiroler Milchviehbetrieben. Neben Abmagerungen und Tod als Folgen einer Erkrankung zeigen betroffene Rinder häufig eine verminderte Produktivität und erhöhte Anfälligkeit für andere Erkrankungen. Die wirtschaftlichen Schäden können dabei erheblich sein und schließen verminderte Milchproduktion, verminderten Schlachterlös und nicht erzielbare Gewinne durch vorzeitige Tötung infizierter Tiere ein.

Wie erfolgt die Ansteckung mit MAP?
Der Erreger besiedelt vorrangig den Verdauungstrakt, kann aber auch in Euter und Gebärmutter sowie beim Stier in den Hoden vorkommen. Die Ausscheidung des Erregers erfolgt hauptsächlich mit dem Kot infizierter Tiere. Kälber gelten als überaus empfänglich, mit zunehmenden Alter steigt die Widerstandskraft gegen eine Infektion jedoch an. Die größte Gefahr für das Kalb stellt die Verschmutzung des Euters und der Umwelt mit erregerhältigem Kot dar, die zur Aufnahme des Erregers durch die Kälber über das Maul führt. Auch die Übertragung des Erregers direkt auf das Kalb im Mutterleib bei mit MAP infizierten Tieren ist möglich. Eine Infektion von älteren Rindern durch Kontakt mit infizierten Tieren ist selten.

Was ist das MAP-Programm des Tiroler Tiergesundheitsdienstes?
In zweijährlichen Intervallen werden durch die zuständigen Betreu-ungstierärzte in den Milchviehtrieben Umgebungskotproben in Form von Stiefeltupferuntersuchungen entnommen. Bei den Erstuntersuchungen im Jahre 2013/14 nahmen 4679 Betriebe daran teil und man konnte in 7 Prozent der untersuchten Betriebe MAP nachweisen. Diese so genannten „verdächtigen Betriebe" hatten anschließend die Möglichkeit, im Zuge der Einzeltieruntersuchung alle Rinder ab einem Alter von 2 Jahren auf MAP untersuchen zu lassen. Werden in einem MAPverdächtigen Betrieb in drei aufeinanderfolgenden Einzeltieruntersuchungen keine MAP-Tiere festgestellt, so wird dieser Betrieb wieder als „unverdächtiger Betrieb" kategorisiert. Im Jahre 2016/17 erfolgte der zweite freiwillige Untersuchungsdurchgang auf MAP in den TGD Betrieben und es wurde nur mehr in 1 Prozent der Betriebe der Erreger der Paratuberkulose diagnostiziert. Auch in diesen Betrieben bieten wir die Untersuchung der Einzeltiere auf MAP an.

„Unverdächtige MAP-Betriebe" ausgewiesen
Betriebe mit zwei negativen Untersuchungsergebnissen bei den Umgebungskotproben (Stiefeltupfer) oder negativen Sammelkotproben werden jetzt als „unverdächtige MAP-Betriebe" ausgewiesen.

Aufruf zu kostenlosen Untersuchungen
Im Herbst 2018 erfolgt neuerlich ein Untersuchungsdurchgang auf freiwilliger Basis in allen TGD-Betrieben. Wir fordern alle TGD-Tierhalter auf, bei diesen Untersuchungen mitzumachen. Die Untersuchungen sind für TGD-Betriebe kostenlos und werden allen TGD-Betrieben mit Betriebsstatus „unbekannt oder unverdächtig" angeboten. Seit den Herbstversteigerungen werden Kälber aus unverdächtigen Betrieben als solche ausgewiesen.
Alle zuständigen Betreuungstierärzte wurden angewiesen, diese Untersuchungen bei den TGD-Betrieben durchzuführen. Die Nachfrage von Tieren aus gesunden Beständen wird auch in Zukunft im freien Wettbewerb eine große Rolle spielen.

Ausführliche Informationen zum Thema Paratuberkulose findet man auf der Homepage des Tiroler Tiergesundheitsdienstes unter: www.t-tgd.at

Foto: Klinisch an MAP erkrankte Kuh mit chronischen Durchfall und Abmagerung.


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