Almgeschichten – Folge 14: Es war eine feine Zeit am Wattenberg

Der Ökologe Roland Hasibeder verbrachte heuer seinen ersten Sommer als Almhirte.

13.09.2018

Der Summa isch umma, aber ein letzter Besuch auf der Alm steht noch an. Diesmal ist es die Wattenberger Galtalm. Das Vieh wurde bereits wieder in die heimatlichen Ställe zurückgebracht, nur eine kleine Gruppe Kühe ist noch da, durch den Wald hört man das sanfte Gebimmel ihrer Glocken. Vor der urigen kleinen Hirtenhütte sitzt der 1974 geborene Innsbrucker Roland Hasibeder in der Nachmittagssonne, dreht sich eine Zigarette und sinniert über die vergangenen Wochen. „Schön ist es gewesen", sagt er. „Anstrengend auch, aber das gehört dazu. Und ich habe viel gelernt – über die Tiere, über die Natur und auch über mich selbst."
Roland, der demnächst auf der Universität Innsbruck sein Doktorat als Biologe abschließt, ist kein völliger Almneuling, im Vorjahr arbeitete er einige Zeit auf der Osttiroler Oberhaus Alm als Hirte. Aber heuer war er das erste Mal einen ganzen Sommer allein auf einer Alm für das Vieh zuständig. 50 Stück Galtvieh hatte er zu betreuen. Im weitläufigen, steilen Berggebiet am Wattenberg, das hauptsächlich aus Waldweide besteht und das man nicht überall mit Zäunen eingrenzen kann, bedeutet das, ständig am Laufen und Springen zu sein. Eigentlich hatte ich Roland ja schon zu Beginn des Sommers besuchen wollen, aber jedesmal, wenn ich mit ihm telefonierte, rief er atemlos ins Telefon: „Heute geht es ganz schlecht, mir sind gerade wieder ein paar Kälber ausgebüchst, die muss ich jetzt suchen und zusammentreiben!"

Anfangszeit war hektisch
Die Anfangszeit ist meistens hektisch auf einer Alm, vor allem, wenn sich Hirte und Tiere noch nicht so gut kennen und weil auf so einer Galtalm meistens die älteren, erfahrenen Kühe fehlen, die das Gebiet schon gut kennen und dadurch Ruhe ins Herdenleben bringen. Aber Roland gab sich intensiv mit seinen Schützlingen ab, deshalb fassten sie schnell Vertrauen, das erleichterte die Arbeit.
Außerdem lernte er dabei viel über die Herdendynamik bei Rindern. „Ich habe mich immer längere Zeit auf ihren Plätzen aufgehalten und sie beobachtet – wie sie Freundschaften schließen, wie sie Machtverhältnisse auskämpfen und wie unterschiedlich ihre Charaktere sind. Vor allem hat es mich gefreut, wenn Tiere, die anfänglich sehr scheu waren, in der Freiheit der Alm plötzlich aufblühten und richtig übermütig wurden. Diese Tiere trauten sich dann plötzlich viel mehr zu und wurden immer geschickter. Aber es waren auch solche dabei, die noch am Ende des Sommers ständig stolperten. Es gibt halt auch bei den Kühen Geschickte und Patscherte, wie bei den Menschen."

Gedanken über die Zukunft
Als Botaniker richtet Roland sein Augenmerk ansonsten mehr auf Pflanzen als auf Tiere und er kann auch die Gräser und Pflanzen ringsum mit den lateinischen Namen benennen. Darüber hinaus hat er an einer wissenschaftlichen Studie über das Pflanzenverhalten bei Trockenheit teilgenommen, was ja bei vielen Almen in den nächsten Jahren von Relevanz sein wird.
Auf der Wattenberger Galtalm, die ringsum von Quellen umgeben ist und wo die Bäche munter sprudeln, ist das aber einstweilen nicht der Fall. „In unseren Bergen ist so viel Wasser, da kommen wir noch lange damit aus", sagt Roland. Bedrohlicher ist da schon die Aussicht, dass die AMA demnächst die Waldweiden nicht mehr akzeptieren könnte, das würde das Ende dieser Alm bedeuten. Aber daran will Roland jetzt am Schluss dieses Sommers nicht denken. Lieber denkt er daran, was die Zukunft an Positivem bringen wird.
Jetzt will er die auf 1500 Meter gelegene Hirtenhütte noch ein wenig nützen, um in aller Ruhe seine Doktorarbeit fertig zu schreiben. In weiterer Folge denkt er daran, vielleicht einmal einen Hof kaufen zu können, um Obstbäume zu pflegen und vielleicht auch Vieh halten zu können. Auch seiner Freundin Maria würde das gefallen.
Die Almsommer sind jedenfalls eine gute Einstimmung und Vorbereitung auf die landwirtschaftliche Arbeit. „Es war eine feine Zeit", sagt Roland nochmals bestätigend. „Und ich komme nächstes Jahr als Galterer wieder, das habe ich den Wattenberger Bauern schon versprochen."

Fotos:
Roland versteht sich bestens auf den Umgang mit den Tieren.
Blick ins Inntal von der Hirtenhütte auf 1500 Meter.
Sommerende: Bald bleibt der Herd wieder für lange Zeit kalt.
Die Bank vor der Almhütte eignet sich gut zum Sinnieren.


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