Wolf-Ampel-System ist Unfug

Für VP-Umweltsprecher Martin Mayerl und Agrarklubobmann DI Hermann Kuenz ist das, in der gestrigen Ausgabe der Kronenzeitung vorgeschlagene, Wolf-Ampel-System von Gerhard Heilingbrunner absolut unbrauchbar.

03.09.2018

Kürzlich präsentierte das „Kuratorium Wald" potenzielle Wolfszonen für Österreich. Dabei wurde für Tirol das gesamte Gebiet von Osttirol sowie Reutte als mögliches Wolfsgebiet definiert. Diese Zonen eignen sich angeblich besonders gut, da es außerhalb von Siedlungsgebieten und der Kulturlandschaft ist, so argumentierte das Kuratorium Wald.

„Das Letzte, was wir in der derzeitigen Wolf-Debatte brauchen, sind selbsternannte Fachexperten aus der dritten Reihe, die so einen Unfug vorlegen", reagiert Kuenz schroff. „Wir haben im Land Tirol eine Steuerungsgruppe mit absoluten Fachexperten aus Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz besetzt, die den Umgang mit der Rückkehr Wolf sehr gezielt beobachtet, analysiert, plant und Maßnahmenpläne vorlegt", erklärt Umweltsprecher Mayerl die derzeitige Sachlage in Tirol. Seiner Ansicht nach müsse die Debatte von mehr Fachwissen, statt Bauchgefühl und Halbwissen dominiert werden, deswegen verlasse er sich in Tirol auf die rechtzeitig gesetzten Vorkehrungsmaßnahmen.

 

 

Keine Sorge im Stadgebiet

Dass 70% der 34.627 Teilnehmer eines Onlinevotings die Rückkehr des Wolfes keine Sorge bereite, liegt für Kuenz und Mayerl in der Natur der Sache: „Wenn ich keine Nutztiere habe, die vom Wolf gerissen werden, oder der Schulweg der Kinder und Enkelkinder nicht in unmittelbarer Waldnähe liegt, bzw. der bevorstehende Wanderurlaub nicht in einem Gebiet gebucht worden ist, wo Wölfe gesichtet wurden, dann wird mir die Rückkehr des Wolfes logischerweise keine Sorge bereiten", so Kuenz und Mayerl.

Abschließend meint Mayerl: „Mit solchen Aktionen enttarnt der Umweltdachverband ganz klar was er will: Hier wird der Wolf den Menschen vorgezogen. Wenn Alm- und Landwirtschaft wegen der Rückkehr des Wolfes nicht mehr funktionieren, Gebiete verwildern und Wanderer in diesen Regionen ihre Urlaube stornieren, dann kommt es zwangsläufig zu einer relativ raschen Entsiedelungen dieser Gebiete. Das muss uns allen bereits jetzt klar sein."

„Als ich die Wolfszonen für Österreich sah, traute ich meinen Augen nicht. Ganz Osttirol soll Wolfsgebiet werden sowie das Außerfern", sagt der Tiroler ÖVP-Abgeordnete Hermann Gahr. Auch der Bezirksbauernobmannobmann von Reutte Christian Angerer ist entschieden gegen diesen Vorschlag: „Diese Gebiete sind völlig ungeeignet für Wölfe, da es hier intensive landwirtschaftliche sowie touristische Nutzung gibt. Ich lehne diesen Vorschlag entschieden ab. Es braucht eine Gesamtlösung für ganz Österreich und es kann vor allem nicht sein, dass einzelne Bezirke wie Reutte und Osttirol ungefragt zum Handkuss kommen."

Vollkommen auf landwirtschaftliche Nutzung vergessen

Wenn man die mögliche Habitatkarte für den Wolf in Österreich betrachtet, wurden nur die Städte als ungeeignet eingestuft, als schlecht geeignet wurden Ballungsgebiete definiert, der Rest Österreichs ist weniger geeignet oder als Wolfsgebiet ausgewiesen.

„Bei dieser Habitatskarte wurde vollkommen die landwirtschaftliche Nutzung vergessen, gerade in den potenziellen Wolfsgebieten gibt es intensive Almwirtschaft und diese Regionen sind extrem wichtig für den Tourismus. Eine Koexistenz von Landwirtschaft, Tourismus und Wölfen ist nicht möglich", so Angerer. „Generell muss man sich die Frage stellen, ob es in Österreich überhaupt einen Lebensraum für den Wolf gibt. Unser Land ist dicht besiedelt und zeichnet sich durch die flächendeckende Landwirtschaft aus, sollte der Wolf sich so schnell weiter ausbreiten, ist die unsere Almwirtschaft in Gefahr", betont Gahr. Laut Kuratorium Wald ist in Österreich Platz für fünf Wolfsrudel, diese Hochrechnung stammt aus den vorliegenden Wolfszahlen in Deutschland und Finnland. „Diese Zahlen sind jenseits jeglicher Realität, in Österreich ist sicherlich kein Platz für fünf Wolfsrudel. Derzeit gibt es ein Rudel in Niederösterreich und zahlreiche einzelne Wölfe die durch Österreich streifen. Bereits diese Tiere richten enormen Schaden in der Landwirtschaft an", erklärt der Tiroler-Abgeordnete.

Nutz- und Haustiere haben auch Tierschutz verdient

„In der Diskussion rund um die Wiederansiedelung der Wölfe wird vollkommen auf den Schutz unserer Nutz- und Haustiere vergessen. Seit Jahrzehnten gibt es ein friedliches Zusammenleben, das wird durch die Wölfe jetzt komplett zerstört. Tier- und Umweltschutzorganisationen setzen sich intensiv für den Schutz der Wölfe ein, vergessen aber den Schutz unserer Nutz- und Haustiere. Auch Schafe, Kälber und Ziegen haben Tierschutz verdient, diese Weidetiere sind den Wölfen hilflos ausgeliefert. Denn wir wissen aus Erfahrung, dass der Herdenschutz, vor allem im Berggebiet nicht funktioniert", sagen Gahr und Angerer abschließend.


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