„Ohne Zusammenhelfen geht nichts.“

Bereits im Februar will Familie Obermoser die ersten Schlachtungen auf der neu errichteten Betriebsstätte Schlachthof und Zerlegebetrieb in Söll vornehmen. Die Bauarbeiten verlaufen nach Plan.

30.08.2018

Gemeinsam mit DI Bernhard Sagmeister, Geschäftsführer der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (aws) besuchten NR Hermann Gahr und Bezirksbauernobmann Hans Gwiggner Familie Obermoser auf ihrer Baustelle in Söll, um sich über den Baufortschritt zu informieren.

Zur Vorgeschichte: 1989 hat die Familie Obermoser als landwirtschaftlicher Lohnschlachter begonnen und sich damit neben der Landwirtschaft ein zweites Standbein aufgebaut, 1996 wurde das Gewerbe angemeldet. Rund 1500 Rinder, 800 Schweine und 400 Schafe aus den Bezirken Kufstein, Kitzbühel und dem vorderen Zillertal werden jährlich am derzeitigen Betriebsstandort am Bauernhof der Familie Obermoser am Bromberg in Söll mit sieben MitarbeiterInnen geschlachtet und je nach Bedarf zerlegt. Damit sind die absoluten Kapazitätsgrenzen erreicht. Das Fleisch wird von Bäuerinnen und Bauern im Wege der Direktvermarktung oder in der Gastronomie vermarktet.

„Wir sind voll ausgelastet und können derzeit nicht alles bedienen, was an Nachfrage da ist", schildert Bauer und Metzger Peter Obermoser aus Söll bei einem Lokalaugenschein bei der derzeitigen Betriebsstätte. Hinzu kommt, dass der derzeitige Standort des Familienbetriebes angrenzend an den Bergbauernhof wegen der Zufahrt und beengten Platzverhältnisse nicht ideal ist. „Die Bauern aus der Umgebung liefern ihre Tiere mit dem Anhänger an. Das bedeutet, dass an Schlachttagen der schmale Bergweg stark frequentiert und das Ausweichen mit den Hängern sehr beschwerlich ist. Im Winter müssen teilweise Schneeketten für die Anlieferung montiert werden, was die Sache nicht gerade erleichtert", erklärt BBO Hans Gwiggner die derzeitige Sachlage.

Die aws war gemeinsam mit Land und Bund und EU ein wesentlicher Partner, der die schwierige Finanzierung des Projektes überhaupt erst ermöglichte. „Wir haben das Projekt auf Herz und Nieren geprüft und ich sehe sehr viele positive Aspekte an diesem Projekte und bin guter Dinge, dass es mit ein bisschen Glück auch klappen wird. Das Projekt steht auf einem starken Fundament", so Bernhard Sagmeister bei seinem Lokalaugenschein. Besonders der feste Zusammenhalt, der Mut und enorme Arbeitseinsatz der gesamten Familie beeindruckten die Besucher. „Ohne Zusammenhelfen geht nichts", entgegnete Peter Obermoser. Mit Unterstützung durch die Bezirkslandwirtschaftskammer Kufstein hat die Familie Obermoser damals eine Art „Crowd-Funding" Projekt gestartet. 400 Bauern haben dem Unternehmen sozusagen ein zinsenloses Darlehen in der Höhe von 600.000 Euro gewährt und dafür für die Dauer von 10 Jahren Gutscheine erhalten, die ihnen die Schlachtung eines Rindes um 50 Euro verbilligen bzw. einen Mehrpreis beim Rinderverkauf von 50 Euro gewähren. „Das ist für mich und meine Familie nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern auch eine moralische. Die Bauern trauen uns das zu und auch das bestärkt uns in unserem Vorhaben", so Peter Obermoser.

Auch NR Hermann Gahr freute sich über das Projekt. „Mut und Fleiß der Familie Obermoser verdienen höchste Anerkennung. Dieses Projekt hat eine enorme Bedeutung für die ganze Region und kann vielen in Tirol nur als Vorzeigeprojekt dienen. Es wird in Zukunft noch wichtiger werden, dass unsere ausgezeichnete Qualität auch in größeren Mengen zur Verfügung gestellt werden kann und genau das wird hier verwirklicht."

Am Rande der Besichtigung stellte Bezirksbauernobmann Hans Gwiggner eine politische Forderung in den Raum: „Eine der größten politischen Baustellen, mit der wir im Fleischbereich konfrontiert sind, ist die Regelung, dass 10 kg Fleischmischpakete nicht als Urprodukt gewertet werden. Ein Großteil der Kunden von Familie Obermoser sind jedoch Direktvermarkter und die derzeitige Gesetzeslage schränkt hier massiv ein. Ich hoffe, dass sich in diesem Bereich in der Zukunft noch einiges bewegen wird", so Gwiggner.

Foto: Bei der Besichtigung der Baustelle für die neue Betriebsstätte der Familie Obermoser (vlnr): Marco Holzer Projekt- und Bauleiter der Fa. Planwerker Holzerber GmbH, Peter Obermoser sen., DI Bernhard Sagmeister GF der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (aws), NR Hermann Gahr, Peter Obermoser jun. und DI Christoph Schlinke (aws)


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