02.08.2018

Wer von Neustift/Milders im Stubaital durchs Oberbergtal zur Auffangalm auf 1620 Meter wandert, sieht zuerst die kleine Mutterkuhherde, wenn sich diese gerade in Hüttennähe aufhält, oder eine Gruppe Schafe. Außerdem sieht man das Putengehege und einen hübsch verwachsenen Almkräutergarten, man sieht den Brunnen mit dem gekühlten Bier neben den Hasenställen und es kann sein, dass einen zwei aufgeregt schnatternde Gänse begrüßen, die nie ganz sicher sind, ob sie den neuen Besuch freundlich empfangen oder anpfauchen sollen. Auch die vielen hübschen, liebevoll gestalteten Details rund um Hütte und Gästeterrasse springen ins Auge und zeigen, dass hier Menschen Gastgeber sind, die Wert auf kleine Besonderheiten legen.
Was aber fast alle Besucher übersehen, ist ein kuppelförmiges Gebilde aus Weidenzweigen, zusammengehalten von bunten Bändern. Es steht an einem geschützten Platz in der Nähe des Almgasthauses, symbolisiert Mutter Erde und stellt das Gerüst für eine Schwitzhütte dar. Sandra Schönherr, der die Alm gemeinsam mit ihrem Mann Karl gehört, hat in diesem Sommer begonnen, hier im Rahmen von Workshops ganzheitliche Reinigungsrituale abzuhalten. Dazu wird das Gerüst mit Decken zugedeckt, nebenan wird ein Feuer entfacht, worin Steine erhitzt werden, die dann in eine Kuhle inmitten der Hütte gelegt werden und Hitze abgeben.

Tiefe Verbundenheit mit der Natur
Im Grunde funktioniert das wie eine Sauna, allerdings in ungewohnter Umgebung und mit einem Ritual, das Sandra, die eine energetische Ausbildung hat, selbst zelebriert. Sie gibt dabei meistens ein Thema vor – zum Beispiel die Verbundenheit mit der Natur und die Unterstützung der seelischen Ausgeglichenheit. Das dauert ungefähr zwei Stunden, danach erhalten die ca. zwanzig Teilnehmer ein vegetarisches Abendessen in der Almhütte. Das Schwitzhütten-Ritual war und ist vor allem bei den Indianern Nordamerikas weit verbreitet und dient der Vorbereitung von Zeremonien, der Reinigung, der vorbeugenden Gesunderhaltung und zur Heilung von Krankheiten. Die Menschen, die daran teilnehmen, spüren tatsächlich oft Erleichterung, weil sich ihre Sorgen relativieren – sie fühlen sich richtig gut „aufgefangen". Der Name „Auffangalm" hat aber trotzdem nichts mit schamanischen Ritualen zu tun, er kommt vom Flurnamen „der Auffang".
Es gibt noch eine andere Möglichkeit, auf der Auffangalm für eine ausgeglichene Balance zwischen Körper und Seele zu sorgen: das einfache, aber gute Essen. Die Auffangalm liegt an einer der Stubaier Genussrouten und gehört zu den ausgewählten Genussbetrieben, die vorwiegend regionale Küche und Produkte anbieten. Sandra ist gelernte Köchin, von ihr zubereitet sind auch geröstete Kartoffeln mit Spiegeleiern und hausgemachtem Speck eine Delikatesse. Die 1978 geborene Niederösterreicherin arbeitete einen Sommer lang als Sennerin auf der Oberhausalm im Stubaital, dort lernte sie ihren Mann kennen, der sie gleich für die Alm und seinen Bauernhof in Milders engagierte und sie zu seiner Partnerin machte.

Kräuterkundige Almwirtin
Sandra kennt sich nicht nur mit heimischer Küche und schamanischen Ritualen aus, sie ist auch eine Kräuterpädagogin. Aus Kräutern, die im Almgarten wachsen, und aus selbst gesuchten Wildkräutern stellt sie Tinkturen, Salze und Tees her, die man auf der Alm kaufen kann. Die Kräuter braucht sie übrigens auch für ihre „Ritualpfeife", die nach Sandras Überzeugung bei der Heilung von Tieren Unterstützung leisten kann.
Als ein Kalb ihrer Mutterkuhherde schwer erkrankte, holte Sandras Mann, der sich um das Vieh kümmert, zwar den Tierarzt, Sandra unterstützte dessen Heilkunde aber mit einem Ritual: Mit der von ihr selbst hergestellten Schamanenpfeife aus Holunder- und Urwaldholz blies sie Kräuterrauch über das Kalb und bat die „Spirits" um Heilung. Sandra: „Die Ritualpfeife ist ein Werkzeug, um blockierte Energie wieder frei zu machen. Für Heilung braucht es Körper, Geist, Seele und die Spiritualität."
Was auch immer letztlich den entscheidenden Ausschlag gegeben hat für die Gesundung – ob die Behandlung durch den Tierarzt, das Ritual oder das Zusammenwirken von beidem – das Kalb springt jedenfalls inzwischen wieder gesund und munter über die Almweide.

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irene.prugger@inode.at
oder auf dem Postweg an die
Redaktion der
Tiroler Bauernzeitung
Brixner Straße 1
6020 Innsbruck

Fotos:
Zur Auffangalm mit dem gemütlichen Almgasthaus gelangt man über Milders/Oberbergtal.

Letzte Vorbereitungen für die Schwitzhütte.

Sandra Schönherr erklärt einer Besucherin, wie das Schwitzhütten-Ritual abläuft.


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