05.07.2018

Manchmal muss man in den hintersten Winkel reisen, um die wahren Kleinode aufzuspüren. Ein solches Kleinod ist die Hintermoar Alm von Erl. Will man zu ihr gelangen, geht es von der Pfarrkirche Erl weit hinauf auf den Erlerberg, immer in Richtung Kranzhorn. Dort liegt auf 960 Meter Seehöhe eine hübsche Hütte, die Hubert und Berta Trockenbacher, vulgo Hintermoar, gehört. Ich habe meinen Besuch nicht angemeldet, werde aber trotzdem freundlich empfangen. Es ist zehn Uhr am Vormittag, der erste Arbeitsdurchlauf des Tages ist erfolgt und es ist gerade Zeit für die Brotzeit, ein bisschen Muße hat man jetzt zum Plaudern. Hubert fragt allerdings verschmitzt nach: „Muass i erscht no zum Frisör giahn, bevor i mit dir red?" Nein, das muss er nicht, noch dazu, weil er ohnedies seinen feschen Almerhut aufhat.
Zur Familie gehören noch Sohn Hubert, der auf der Alm die Aufgabe des Kasens übernommen hat, sowie Sohn Anton, der Tierarzt ist, was für einen bäuerlichen Betrieb durchaus von Vorteil ist. Antons Freundin Michaela hat Nutztierwissenschaften studiert und bringt sich mit ihrem Engagement und ihrem Wissen sehr kompetent in den bäuerlichen Betrieb ein.

Die Freiheit tut der Psyche gut
Hubert und Berta führen in Erl einen Vollerwerbsbauernhof, die Hintermoar Alm ist seit langem in Familienbesitz und bildet die optimale Ergänzung zum Hof. Im Sommer übersiedelt die Familie mit dem Vieh in die höhere Etage und freut sich immer schon auf das Leben am „Hochsitz", das zwar viel Arbeit bereithält, aber auch viel Freiheit mit sich bringt. Der 17-jährige Hubert jun., der das Musikgymnasium besucht und Posaune spielt, findet, dass man auf der Alm besonders gut abschalten kann, weil man hier nicht am „Netz" hängt und deshalb Handy und Computer lange Ruhepausen haben. „Da merkt man erst, wie abhängig man von diesen Geräten ist", sagt er. „Ohne diese Ablenkung konzentriert man sich einfach auf seine Arbeit und man merkt schon bald, wie gut das der Psyche tut."

Heumilch- und Bio aus Überzeugung
Hubert hat das Kasen von seinem Bruder Anton gelernt. Ein Teil der Milch der 44 Kühe wird gleich auf der Alm zu Butter und Käse verarbeitet – ca. 35.000 Liter Milch pro Saison – , der Rest wird an eine Talsennerei geliefert. Die Trockenbachers haben sich für eine Bioproduktion entschieden, weil sich das für einen Heumilchbetrieb anbietet, aber auch aus Überzeugung. Vor zwanzig Jahren haben sie umgestellt und sie bereuen es nicht. Die Nachfrage nach Bioprodukten ist groß und auch selber will man ja etwas Gutes auf dem Teller und im Bauch haben.
Die Betriebsgröße, meint die Familie, sei für den wirtschaftlichen Erfolg nicht so entscheidend, es komme vielmehr darauf an, was man daraus macht. Dass man zum Beispiel Nischen und Alternativen findet, die sich wirtschaftlich rentieren und von denen man leben kann. Natürlich dürfe man dabei nicht stur an einer Linie festhalten, sondern müsse auch auf den Markt und die Konsumentenbedürfnisse reagieren.
Die Konsumenten freuen sich zum Beispiel über den kernigen Speck und das vorzügliche Fleisch der molkegefütterten rosigen Almschweine genauso wie über den gefragten Biokäse, für den auch viele Leute aus dem Dorf gern einen Almausflug machen. Die Hinweisschilder vor der Hütte weisen Wanderer darauf hin, was es neben Speck und Käse hier noch alles Gutes gibt: Frische Milch, Butter- und Fruchtmilch, Joghurt und Molke. Außerdem bäckt Berta hervorragende Kuchen. Aber die Arbeit erledigt sich nicht von selbst, die ersten Wanderer werden bald kommen, außerdem müssen noch die Kühe auf die Weide getrieben werden. Also Ende der Brotzeit, jetzt wird gewerkt!

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