14.06.2018

Das Ergebnis der umfassenden Untersuchungen von Prof. Günter Blöschl und seinem Team an der TU Wien in kurzen Worten: 130 über Tirol verteilte Rückhaltebecken im alpinen Raum mit einer Dammhöhe von jeweils zehn Metern und einem Fassungsvermögen von 21 Millionen Kubikmeter Wasser hätten im Hochwasserfall auf den Inn im Unterinntal nur eine äußerst geringe Wirkung. Der Hochwasserscheitel würde sich gerade einmal um 1,5 bis 1,7 Prozent verringern. Das bedeutet auch, dass selbst bei Verwirklichung der alpinen Retentionsmaßnahmen die notwendige Fläche für die optimierten Retentionsräume im Unterinntal nicht wesentlich kleiner ausfallen würde.

Warum wurde die Studie in Auftrag gegeben?
Der Großteil der Retentionsmaßnahmen für den Inn ist im Dauersiedlungsraum und auf wertvollen landwirtschaftlichen Flächen umzusetzen. Deshalb gab die Politik den Auftrag, zu untersuchen, ob es abseits der alpinen Kraftwerksspeicher Möglichkeiten zum Hochwasserrückhalt im alpinen Raum gibt.

Was wurde untersucht?
In den ersten drei Arbeitsschritten wurden ein Niederschlags- und ein Abflussmodell entwickelt und mit Pegeldaten überprüft. Im vierten Arbeitsschritt wurden 130 von der Wildbach- und Lawinenverbauung und der Abteilung Wasserwirtschaft festgelegte, theoretisch realisierbare Rückhalteräume im alpinen Raum in die Modellrechnung einbezogen. Im letzten Arbeitsschritt erfolgt mittels einer Szenarienbetrachtung die Beurteilung der Wirkung dieser Rückhaltemaßnahmen auf die Hochwassersituation am Inn.

Welche Erkenntnisse liefert die Studie?
Bei einem Hochwasserereignis wie 2005 wären nur 15 Prozent der 130 alpinen Retentionsbecken angesprungen. Warum?
Der Niederschlag ist bei Hochwässern im alpinen Raum sehr unterschiedlich verteilt. Somit sind nie alle Becken in den verschiedenen Tälern gleichzeitig wirksam. Dadurch verringert sich der Effekt auf das Inntal. Mit der Distanz sinkt die Wirksamkeit. Oder anders gesagt: Hochwasserrückhalt ist umso wirksamer, je näher die Maßnahmen an den zu schützenden Gebieten sind.

Warum ist die Studie trotzdem nicht umsonst?
Die alpine Retention kann sehr wohl lokale Wirkung entfalten. Das ist nunmehr wissenschaftlich bestätigt und fließt in die Planungen sowohl bei der Wildbach- und Lawinenverbauung als auch im Wasserbau mit ein.

Was wäre wenn?
Im Zusammenhang mit der Studie zur alpinen Retention wurden Fragen etwa nach der Anzahl, Situierung, Dimensionierung und Steuerungen alpiner Rückhaltebecken aufgeworfen.
Wie man es auch dreht und wendet: Die alpine Retention ist nur ein Zehntel so wirksam wie Rückhaltemaßnahmen vor Ort. Die Steuerung von Retentionsbecken im hochalpinen Raum wäre – gelinde gesagt – herausfordernd bis unmöglich. Das gilt auch für Instandhaltung und Wartung.
Und abseits der technischen Machbarkeit: Auch im alpinen Raum gibt es Grundbesitzer. Wir reden von Almen, Naturschutzgebieten, schwierigen geologischen Verhältnissen etc. Im Zuge der Studie wurde zwar keine Kostenschätzung vorgenommen, aber alleine die Erfahrungswerte der Wildbach- und Lawinenverbauung legen nahe, dass diese das Investitionsvolumen für den Hochwasserschutz im Unterinntal um ein Vielfaches übersteigen würden.

Foto: Die Experten beschäftigen sich schon seit Langem mit dem Problem Hochwasser.


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