Zehnjähriges Jubiläum der Wildbachbetreuung

Mehr als 2.000 Wildbäche gefährden den Siedlungsraum in Tirol. Holzablagerungen, Holzbewuchs oder schadhafte Regulierungsbauten an Wildbächen können rasch zu Überflutungen oder Muren führen. Deshalb gilt es, die Wildbäche frei von Abfluss-hindernissen zu halten und die bestehenden Schutzbauten laufend zu überwachen.

31.05.2018

Erfreut zeigt sich Sicherheits- und Forstreferent LHStv. Josef Geisler über das System der Wildbachbetreuung: „Wir schauen in Tirol auf eine zehnjährige Erfolgsgeschichte zurück. 2008 haben wir in Tirol zum vorbeugenden Schutz vor Naturgefahren gemeinsam mit Gemeinden und der Wildbach- und Lawinenverbauung das System der Wildbachbetreuung etabliert. 10.000 kleinere und größere Probleme wurden von den Gemeindewaldaufsehern beobachtet, gemeldet und in weiterer Folge beseitigt."

Beobachtung und digitale Dokumentation
Und so funktioniert das effektive System im Naturgefahrenmanagement im Detail: Die Fachleute der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) haben jeden einzelnen Bach in Tirol nach seinem Gefährdungspotenzial eingestuft und die gefährlichsten Bachabschnitte definiert. In jährlich über 2.500 Begehungen werden diese Abschnitte von den Gemeindewaldaufsehern auf Abflusshindernisse untersucht und Schäden an Schutzbauten vermerkt. Die Waldaufseher dokumentieren alle Beobachtungen in einem eigens geschaffenen EDV-System via Internet. Diese Beobachtungen werden in weiterer Folge von den Wildbachaufsehern der WLV-Gebietsbauleitungen im selben EDV-System beurteilt und nach Dringlichkeit gereiht.
Die zur Beseitigung von Gefahrenquellen Verpflichteten können ebenfalls mit Unterstützung des EDV-Systems ermittelt und benachrichtigt werden.

Erfahrung der Aufseher ist größte Kompetenz
Den größten Vorteil im Tiroler Modell der behördenübergreifenden Wildbachbetreuung sieht LHStv. Geisler in der Erfahrung und Ortskenntnis der Waldaufseher der Gemeinden und die Wildbachaufseher der WLV. „Sie kennen die Wälder und Wildbäche im Gemeindegebiet wie ihre Westentasche und können auf gefährliche Veränderungen rasch reagieren. Außerdem ist die laufende Gewässerpflege eine kostengünstige Schutzmaßnahme."

Foto: 2.500 Begehungen von Wildbächen zum vorbeugenden Schutz vor Naturgefahren − hier am Stampfangerbach in Söll − machen Tirols Gemeindewaldaufseher jährlich.


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