16.05.2018

Täglich wird die Bevölkerung von Meldungen über Wolfsrisse aus den benachbarten Ländern, den nötigen Schutz des Raubtieres oder die von den Räubern ausgehende Gefahr überhäuft. „Daher hat Forum Land es sich zur Aufgabe gemacht, nüchtern aufzuklären und somit nach und nach zu einer nationalen Lösung zum Wolfsmanagement zu finden und Rahmenbedingungen im Umgang mit dem Wolf zu schaffen", erklärt Thomas Pohl, Landecks Forum-Land-Bezirksobmann und Moderator des gestrigen Abends.

„Wolf nicht vom Aussterben bedroht"
20.000 bis 30.000 Wölfe leben laut Franz Lanschützer in Europa. Er ist der Meinung, man müsste die Wolfspopulation europaweit betrachten, um den günstigen Bestand der Tiere beurteilen zu können.

Lanschützer fordert zudem, den Ostalpenraum zum Schutz der traditionellen Alm- und Weidewirtschaft wolfsfrei zu halten: „Anders geht es einfach nicht. Der Alpenraum wäre aus Sicht des Wolfes sicher gut als Lebensraum geeignet, aus Sicht der Kulturlandschaft wäre seine Ansiedelung jedoch fatal." Er erklärt weiter, dass in verschiedenen Ländern wie Skandinavien, der Slowakei und Rumänien bereits Regelungen getroffen wurden, um die Beutegreifer zu entnehmen.

Auch im Bundesland Salzburg, Heimat von Franz Lanschützer, sammeln sich Berichte über Wolfsangriffe und gerissene Tiere. Sechs Schafe und Ziegen wurden innerhalb der letzten zehn Tage von einem oder mehreren Wölfen gerissen oder schwer verletzt.

 

Wolfsmanagement einzige Schutzmaßnahme
Herdenschutzmaßnahmen betrachtet der Wolfsexperte Lanschützer kritisch: „Projekte der Schweiz zeigen uns, wie hoch das Konfliktpotenzial zwischen Freizeitsportlern und scharfen Herdenhunden ist. Als Alternative sehe ich den vorgeschriebenen 1,10 Meter hohe Zaun auch nicht – der Wolf ist viel zu intelligent, um diesen nicht überwinden zu können. Zudem ist es rein technisch in alpinen Gebieten nicht möglich, solche Weidezäune aufzustellen."

Die einzige Maßnahme, den Wolf zu bekämpfen, sieht der Forstdirektor in der Herabstufung des Schutzstatus des Raubtieres. In der FFH- (Flora-Fauna-Habitat-) Richtlinie, die für den Erhalt der natürlichen Lebensräume sowie für wildlebende Tiere und Pflanzen zuständig ist, wird der Wolf unter Anhang IV gelistet, was eine Entnahme des Wolfes ausschließt und somit auch ein funktionierendes Wolfsmanagement. Mit der Einstufung in Anhang V wäre die Entnahme unter Umständen erlaubt. Diese Regelung kann jedoch nur europaweit geändert werden, wofür man sich auf politischer Ebene derzeit einsetzt.

Der Wolf in Zahlen
Der Wolfsexperte bringt den Zuhörern während seiner Ausführung auch die biologischen Aspekte des Wolfes näher. Mit zwei Jahren ist der Wolf geschlechtsreif, ein Wurf besteht aus vier bis sechs Jungen. Da sich diese nicht mit ihren Eltern oder Geschwistern verpaaren, bilden diese Jungen ein neues Rudel. Dadurch verdoppelt sich die Wolfspopulation alle drei Jahre. Der Radius ihres Vorkommens ist weitreichend, da Wölfe innerhalb von einem Tag 70 Kilometer zurücklegen können.

„Wölfe sind äußerst opportunistische Fleischfresser. Sie sind intelligent und erkennen, dass Nutztiere leichtere Beute sind als Wild. Im Rudel können sie jedes Tier erlegen – von Groß bis Klein, alle potenziellen Beutetiere sind also vom Wolf gefährdet," verdeutlicht Lanschützer.

Hilflosigkeit der Viehzüchter
Zwar ist der Wolf noch nicht in Tirol angekommen, er steht aber vor der Haustür. Wichtig für die Viehzüchter ist es jetzt, nicht aufzugeben, so Lanschützer: „Die Bauern sehen sich dem Wolf hilflos ausgeliefert. Es ist für sie sehr emotional, da ihr Vieh zum Teil aussterbenden Rassen angehört oder sie einfach nicht einsehen, wieso ihre Tiere als Wolfsfutter enden sollten, was verständlich ist."

„Es geht um unsere Sicherheit und das Tierwohl", bestätigt NR Hermann Gahr: „Man muss sich fragen: Was bringt der Wolf? Ist er es wert, das Tiroler Kulturgut zu gefährden?"

Hermann Gahr meint: „Leider ist es so, dass 70 Prozent der Bevölkerung den Wolf willkommen heißen – nicht nur in urbanen, sondern auch in ländlichen Gebieten." Wichtig sei es jetzt, Klartext zu reden, Aufklärung zu leisten und vor allem aber möglichst rasch einen praxistauglichen Maßnahmenplan zu erarbeiten.

Foto: Forum-Land-Bezirksobmann Thomas Pohl, Forum-Land-Landesobmann NR Hermann Gahr und Hauptreferent DI Franz Lanschützer.


Aktuelle Termine

Sprechtag Rechtsberatung
Dienstag, 21. August 2018
BLK Imst

Details

Sprechtag Rechtsberatung
Mittwoch, 22. August 2018
BLK Landeck

Details

alle Termine


Tirol braucht seine Bauern!

Finden Sie mehr Infos zur Kampagne und zu den beliebten Tiroler-Bauern-Produkten in unserem Online-Shop.

Mehr


Hundekottafeln bestellen!

Die Hundekotproblematik ist ein ernst zu nehmendes Thema und betrifft viele Bauern in unserem Land. Wir setzen auf Aufklärung und bieten deswegen unsere Hundekottafeln zum Verkauf an. Infos, Bestellungen etc. unter tbb@tiroler-bauernbund.at oder Tel. 0512/59900-12

Infos, Preise, etc.

Unsere Adresse


Tiroler Bauernbund
Brixner Straße 1
A-6020 Innsbruck
Tirol - Österreich
Telefon +43 512 59900-12
Fax +43 512 59900-31

Email

Bauernbund Wetterservice


Hier finden Sie das aktuelle Bauernbund-Agarwetter in Kooperation mit der ZAMG. Abrufbar ist unsere Wetterhotline unter: Tel. 0512/561593

aktuelles Wetter

Wozu Tiroler Bauernbund?


In unserem Imagefilm und der Infobroschüre erfahren Sie mehr über Ursprung, Aufgaben, Ziele und die Bedeutung des Tiroler Bauernbundes.

Aktuelle Videos

Broschüre

Volltextsuche


Die einfache Suche nach Personen, Orten, Dingen und Terminen!

Tiroler Bauernbund