03.05.2018

Die Bilanz des vergangenen Almsommers versetzte die Südtiroler Bauern in Angst und Schrecken: 33 Schafe, vier Ziegen und drei Rinder kehrten nicht mehr von ihrer Sommerfrische zurück. Schuldig an dem Verschwinden der Nutztiere war der Wolf, der Südtirol seit dieser Zeit zu seiner Heimat macht — für die Bauern natürlich eine einzige Katastrophe. „Auf mehreren Almen wurden die Tiere vorzeitig abgetrieben und es gab eine Reihe von Protestaktionen der Weidetierhalter", erklärt Siegfried Rinner, Direktor des Südtiroler Bauernbundes (SBB).
Besonders beunruhigend sei ein recht aktueller Fall, in dem drei Schafe in einem besiedelten Gebiet am Ritten gerissen worden sind. Das zeige, dass der Wolf seine Scheu verliert. Besorgniserregend sei auch die wachsende Population des Raubtieres. „Mindestens sechs Wölfe durchstreifen Teile Südtirols, inzwischen wurde auch ein junges Rudel entdeckt. Auch unmittelbar um Südtirol hat die Wolfspopulation stark zugenommen: Im benachbarten Trentino streifen mehrere Rudel durch die Gegend", veranschaulicht der Direktor des Südtiroler Bauernbundes.
Sollte der Nachwuchs dieser Wölfe sich in Südtirol niederlassen, ist das Chaos vorprogrammiert — auch, da es von Südtirol nicht mehr weit zu den Almen in Ost- und Nordtirol ist. „Die Bauern sind in Sorge und verunsichert, ob sie ihre Tiere diesen Sommer wie bisher auftreiben sollen", zeigt Rinner den Ernst der Situation auf.

Herdenschutz ungeeignet
Um den Einfluss des Wolfes auf die Almwirtschaft etwas zu reduzieren und die Bauern zu beruhigen, startet das Land Südtirol heuer einige Herdenschutz-Pilotprojekte, um festzustellen, ob die Maßnahmen zweckdienlich sind. Sollte dies nicht zutreffen, ist mit der Almwirtschaft schützenswertes Gut im Sinne der Wirtschaft und Umwelt gefährdet. Dies wäre ein Grund für die Entnahme von Wölfen.
„Wir wären froh, wenn es funktionierende Herdenschutzmaßnahmen für unser Berggebiet gäbe. Doch aufgrund der Beschaffenheit und der Weitläufigkeit unserer Almen lassen sich die Herden kaum schützen. In Südtirol gibt es über 1700 bewirtschaftete Almen, die man nicht allesamt einzäunen kann. Und die Tiere jeden Abend einzufangen und in einen Pferch zu sperren, ist im alpinen Gebiet nicht möglich", zählt Rinner auf. Herdenschutzhunde seien zudem eine ernst zu nehmende Gefahr für Wanderer. Einzig positiv sei, dass der Landtag in Südtirol kürzlich beschlossen hat, dass alle anfallenden Kosten für den Herdenschutz inklusive der Arbeitskosten zu 100 Prozent von der öffentlichen Hand zu bezahlen sind.

Für ein wolffreies Südtirol
Der SBB fordert jedoch keine Herdenschutzmaßnahmen, sondern ein wolffreies Südtirol.
„Die Verbreitung des Wolfes ist ein Risiko für die Menschen im ländlichen Raum und nicht vereinbar mit der Almwirtschaft in unserem Land. Die Almbeweidung ist für die Landwirtschaft und das Tierwohl unverzichtbar, sie fördert die Biodiversität und ist Grundlage für das Landschaftsbild und den Tourismus. Alle diese Leistungen sind in Gefahr, wenn Almen wegen dem Wolf aufgelassen werden", verdeutlicht der Südtiroler: „Auf nationaler Ebene müssten daher Maßnahmen getroffen werden, um die geregelte Entnahme von Wölfen in Südtirol zu ermöglichen." Für Rinner heißt es: Entweder die Almwirtschaft oder die Ausbreitung des Wolfes. Beides zusammen gehe nicht.


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