05.04.2018

In Bezirk Landeck trifft eine äußerst kleinstrukturierte und vom Nebenerwerb dominierte  Landwirtschaft auf einen starken Tourismussektor und großes Absatzpotenzial für regionale Produkte. „Diese Chance wollen wir mit dem Projekt ‚Modellregion Landeck‘ nutzen und durch die Zusammenarbeit von Tourismus und Landwirtschat eine nachhaltige Stärkung für den regionalen Wirtschaftsstandort und Arbeitsmarkt erreichen“, erläutert LHStv Josef Geisler zum Auftakt der Modellregion Landeck. 1.800 bäuerliche Familienbetriebe mit durchschnittlich vier Milchkühen stehen im Bezirk Landeck 2.200 Tourismusbetrieben mit 62.000 Gästebetten, über 8,6 Millionen Nächtigungen und rund 6.000 Beschäftigten gegenüber.

Die Initiative für eine stärkere Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Tourismus kommt aus der Region –  allen voran von Bezirksbauernobmann Elmar Monz – wurde von der Agrarmarketing Tirol weiterentwickelt und wird über den Landeskulturfonds finanziert. „Bei so breiter Unterstützung ist der Erfolg eigentlich vorprogrammiert“, sieht Geisler in der Modellregion schon jetzt ein Leuchtturmprojekt. Die Aufgabe sei aber nicht zu unterschätzen, gilt es doch bäuerliche ProduzentInnen, Verarbeitungsbetriebe, Logistik und AbnehmerInnen unter einen Hut zu bringen.

Mehrwert für die Region
Aus Erfahrung weiß Geisler: „Es braucht jemanden, der die Sache vor Ort in die Hand nimmt, informiert, organisiert und vorantreibt.“ Mit dem gelernten Molker- und Käsermeister Bernhard Pircher aus See hat die Modellregion seit März einen Projektkoordinator. Er ist in der Landwirtschaftskammer angesiedelt und soll in den kommenden fünf Jahren einen Beitrag dazu leisten, dass die flächendeckende Bewirtschaftung in den Tälern und auf den Almen erhalten bleibt und sich die Region mit vor Ort erzeugten Lebensmitteln im internationalen Wettbewerb der Destinationen positioniert und profiliert. Daraus soll ein Mehrwert für die gesamte Region entstehen.

Bewirtschaftung und das Gesicht des ländlichen Raums sichern
Im Vergleich zu anderen Gebieten geht der Strukturwandel in Landeck sogar langsamer als in weniger extremen Gebieten. „Das zeigt, dass die Landwirtschaft und die Viehhaltung den bäuerlichen Familien trotz Doppelbelastung viel bedeuten“, ist sich Bezirksbauernobmann Elmar Monz sicher. Bei einem Nebenerwerbsanteil von über 95 Prozent sei die flächendeckende Bewirtschaftung aber nicht auf alle Zeiten gesichert. „Deshalb wollen wir rechtzeitig die Initiative ergreifen und dafür sorgen, dass die Wertschöpfung aus der Lebensmittelproduktion steigt, neue Nischen besetzt, Produkte und Dienstleistungen entwickelt werden und so nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch das Landschaftsbild erhalten bleiben“, begründet Monz die Initiative.

Breite Unterstützung
Unterstützung für die Modellregion und ein klares Bekenntnis zur Regionalität kommt von der Wirtschaftskammer (WK) Landeck. „Wir sind überzeugt, dass die heimischen Produkte alle ihren Platz im Bezirk Landeck finden können. Wir sind gerne Bindeglied zwischen der Unternehmerschaft und diesem tollen Projekt“, bekräftigt WK-Obmann Toni Prantauer. Damit das Miteinander funktioniert, brauche es schnelle Lieferungen, anhaltende Qualität sowie ausreichende Kapazitäten. „Regionalität bei Lebensmittel ist DER Trend. Das haben viele Unternehmer erkannt und hoffen auf entsprechende Verfügbarkeit. Wir sind überzeugt, dass das machbar ist“, so Prantauer.

Auch für die AK Tirol stand von Anfang an fest, dass sie das Projekt „Modellregion Landeck“ als Partner unterstützen wird. „Schließlich geht es darum, die regionalen Strukturen zu erhalten und noch weiter auszubauen – und dies zählt zu den Hauptanliegen der AK Tirol“, führt der Leiter der Bezirkskammer Landeck, Peter Comina, aus. Der Tourismus als starker Wirtschaftszweig im Bezirk Landeck sei dabei der Dreh- und Angelpunkt: Er profitiert von einer gepflegten Kulturlandschaft, kann mit hochwertigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen punkten und braucht engagierte MitarbeiterInnen, die er in der Region findet, wenn er ganzjährig gute Arbeitsplätze bietet.

Bündeln, entwickeln, vermarkten
Die Entwicklung eines regionalen, kulinarischen Profils und die Vermarktung von hochwertigen Produkten aus der Region mit ihren besonderen Spezialitäten nennt Bernhard Pircher als erste Schwerpunkte für den Start der Modellregion Landeck. „Mit den vier bestehenden Dorfsennereien Flirsch, Grins, Ried und See und einigen Direktvermarktern haben wir im Milchbereich ein solide Basis. Und die Almen im Bezirk bieten Produkte mit Qualität und Geschichte“, freut sich Pircher. Jetzt gelte es den Absatz der Produkte in Richtung Tourismus zu forcieren und auch neue Angebote zu entwickeln. Als Beispiel nennt der Projektkoordinator eine gemeinsame Vermarktungsschiene.

Viel Potenzial gerade auch für bäuerliche Nebenerwerbsbetriebe sieht Pircher in der Fleischproduktion. In Zusammenarbeit mit den regionalen Schlachtstätten und Metzgern will er die bestehenden Qualitätsfleischprojekte unterstützen und den Absatz vor der Haustüre vorantreiben. „Die kleinstrukturierte Landwirtschaft bietet hier die Chance, dem Wunsch des Konsumenten in puncto Glaubwürdigkeit und Authentizität gerecht zu werden“, ist sich Pircher sicher. Unter dem Titel „Gastlichkeit 2025“ arbeitet er zudem an der Entwicklung eines Dienstleitungsmodells, das Möglichkeiten für eine flexible Nebenbeschäftigung etwa als GenussbotschafterIn für die kulinarische Begleitung, Inszenierung und Vermarktung bieten soll.

Foto: V. li. in der Modellregion Landeck AK-Bezirkskammerleiter Peter Comina, Bezirksbauernobmann Elmar Monz, LHStv Josef Geisler, Molker- und Käsermeister Bernhard Pircher und WK-Obmann Toni Prantauer.


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