08.03.2018

Im Bezirk Landeck gibt es noch 27 Almen mit Milchverarbeitung und Käseproduktion, sogenannte Senn-almen. Nach der Übernahme der Dienstgeberbeiträge von 19 Almen durch die Projektpartner im Vorjahr wird für 2018 eine Ausweitung dieses Projektes angestrebt.
„Dieses Projekt ist so einzigartig wie die Almwirtschaft im Bezirk: In einem Schulterschluss haben Land, Gemeinden und Tourismusverbände erstmals ein gemeinsames Projekt zur Unterstützung der Almwirtschaft im Bezirk Landeck gestartet. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für diese großartige Partnerschaft, die damit gelebt wird“, freut sich Bezirksobmann Elmar Monz. „Bei uns gibt es noch 27 Almen mit Milchverarbeitung und Käseproduktion, das ist fast die Hälfte von Tirol. Erstmals wurden mit diesem Projekt die Dienstgeberbeiträge für die Sennerinnen und Senner von 19 Sennalmen für das Jahr 2017 übernommen. Für das laufende Jahr streben wir eine Ausweitung auf alle Sennalmen im Bezirk an“, berichtet Monz.  

Qualität und Handwerk führen zum Erfolg
Die Sennalmen sind eine absolute Besonderheit und die höchste Form der Almwirtschaft. Sie ist arbeits- und kostenintensiv, sodass es für viele Almen auch um das wirtschaftliche Überleben geht. Auf der anderen Seite werden auf den Almen einzigartige Produkte erzeugt, die gegenüber konventionellen Produkten ein Alleinstellungsmerkmal haben, was zugleich Chancen auf dem Markt bedeutet.
Denn lediglich 0,04 Prozent der EU-Milcherzeugung werden zu Almkäse veredelt, entsprechend rar ist hochwertiger Almkäse. Damit bewegen sich die Almen in einer absoluten Nische, was auch entsprechende Vermarktungschancen mit sich bringt. Die Verarbeitung der Almmilch zu Almkäse und Almbutter erfordert hohes Fachwissen und es ist gar nicht so einfach, qualifiziertes Almpersonal zu finden. „Bei der jährlichen Almkäseolympiade zeigen diese Profis, mit welchem Gespür und mit welcher Motivation und Leidenschaft sie bei der Sache sind. Auch da haben die Almen vom Bezirk Landeck mit knapp 30 Medaillen kräftig abgeräumt“, weiß Monz.

Projekt „Almleben“
„Es gilt, das oberste Stockwerk in unserem Land gepflegt zu halten. Darum wird dieses Pilotprojekt auch vom Tiroler Bauernbund sehr begrüßt und unterstützt“, unterstrich Bauernbunddirektor Peter Raggl. In Tirol leben 60 Prozent der in ganz Österreich gealpten Milchkühe, im Schnitt gehen 57 Prozent der Kühe in Tirol auf die Alm, im Bezirk Landeck seentlich mehr. Tirolweit werden jährlich 40 Millionen Kilo  Almmilch erzeugt, untermauerte Raggl die Bedeutung der Almwirtschaft mit Zahlen und ergänzte: „Die Almbewirtschaftung in Tirol erspart uns jährlich 40 Millionen Euro Kosten für Lawinensicherung. Ziel muss es sein, die hochwertige Almmilch zu hochqualitativen Almprodukten zu veredeln und damit Wertschöpfung für die Bauern zu erzielen!“ Damit die Unterstützung von Land, Gemeinden und Tourismus ausbezahlt wird, muss die jeweilige Sennalm auch am „Projekt Almleben“ der Agrarmarketing Tirol teilnehmen. „Dabei geht es um Schulungen, Beratungen und um die laufende Qualitätssicherung. Damit hat das Unterstützungsprojekt auch eine klare Ausrichtung zur Steigerung der Qualität“, erklärte Raggl. Er kündigte auch eine Ausdehnung des Erfolgsprojekts auf das gesamte Land an, wenn die Gemeinden und Tourismusverbände an einem Strang ziehen.

Gelebte Vernetzung im Oberland
„Ich habe das Projekt von Anfang an sehr befürwortet, da wir alle von der funktionierenden Almwirtschaft profitieren. Die Einheimischen und Gäste schätzen es, wenn sie auf einer Alm einkehren können und sie mit hochwertigen Almprodukten verwöhnt werden“,  berichtet Armin Falkner. Er ist Obmann vom TVB Tiroler Oberland, in dessen Gebiet insgesamt acht Senn-almen liegen. Stellvertretend für die Gemeinden unterstrich auch der Kappler Bürgermeister Helmut Ladner die Bedeutung der Zusammenarbeit. Immerhin befinden sich mit fünf Sennalmen die meisten des Bezirkes Landeck auf seinem Gemeindegebiet.
Hauptreferentin und Tourismusexpertin Theresa Leitner vom MCI brachte bei der Almtagung im Jägerhof in Zams die Bedeutung der Almwirtschaft für den Tourismus und letztlich für alle Menschen im ländlichen Raum auf den Punkt: „Fördert der Tourismus die Almwirtschaft, sichert er damit vor allem die Grundvoraussetzungen für sein Kernangebot. Jede Maßnahme, die die Almwirtschaft unterstützt, ist aber auch ein Dienst an der Lebensqualität der Einheimischen und am Erhalt der Biodiversität.“

Foto: V. l.: Dr. Peter Raggl, Bauernbunddirektor, MA Theresa Leitner, MCI, Armin Falkner, Obmann des TVB Tiroler Oberland, Elmar Monz, Bezirksobmann, und Helmut Ladner, Bürgermeister der Gemeinde Kappl.


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