08.03.2018

Überschwemmungen, Muren, Hangrutsche – Tirol musste im Jahr 2017 viel über sich ergehen lassen. „In jeder fünften Tiroler Gemeinde hat es im Vorjahr Katastrophenereignisse von der Mure bis zum großen Felssturz gegeben“, erklärte Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler bei einer Pressekonferenz am letzten Freitag in Innsbruck: „Bestehende Schutzmaßnahmen haben oft Schlimmeres verhindert.“ Dabei denkt man an den Felssturz in Vals und andere unvorhersehbare Katastrophen zurück. Um auch weiterhin die schlimmsten Konsequenzen der Naturgefahren zu verhindern, investiert das Bundesministerium für Nachhaltigkeit, das Land Tirol und die betroffenen Gemeinden 72,1 Millionen Euro.

Schutz vor Wildbächen als größter Brocken
Davon werden 26 Millionen Euro für den Schutz vor Wildbächen gezahlt, 19,8 Millionen Euro gehen an den Schutz vor Tal- und Hauptgewässern durch die Bundeswasserbauverwaltung, 15 Millionen Euro in den Erhalt der Schutzwälder, 6,5 Millionen Euro erhält der Lawinenschutz und 4,7 Millionen Euro der Schutz vor Erosion und Steinschlag.
Ein Großteil dieser Investition landet im Bezirk Lienz mit einer Summe von 13,9 Millionen Euro. Die nächstgrößeren Summen werden in die Bezirke Innsbruck-Land mit 11,3 Millionen Euro, Landeck mit 9,2 Millionen Euro, Schwaz und Reutte mit rund 8,7 Millionen Euro, Kitzbühel mit 8 Millionen Euro, Kufstein mit 6 Millionen Euro und Imst mit 5,9 Millionen Euro investiert. Die Landeshauptstadt Innsbruck erhält mit 295.000 Euro das kleinste Stück vom Kuchen. Diese gesamte finanzielle Unterstützung sei laut LHStv. Josef Geisler eine Rekordsumme.

Schutzwalderhaltung wird stark unterstützt
40 Prozent der Fläche Tirols werden von Wald eingenommen. Zwei Drittel davon sind Schutzwald, der eine besonders große Rolle bei der Sicherung vor Naturgefahren spielt. „Wir müssen Maßnahmen setzen, um den forstlichen Bereich zu schützen“, meint LH-Stv. Josef Geisler. Mit 15 Millionen Euro Unterstützung für Schutzwalderhaltung sind diese Maßnahmen auch umzusetzen. Von dieser Summe fließen 3,9 Millionen Euro nach Lienz, den übrigen Tiroler Bezirken kommt jeweils weniger als die Hälfte dieses Betrags zu. „Der Forst ist günstiger als technische Verbauungen,“ ergänzt Josef Geisler.

Forst: Waldverjüngung ist Hauptaufgabe
Landesforstdirektor DI Josef Fuchs sieht die Hauptaufgabe darin, den Wald zu verjüngen. Dafür werden 1,1 Millionen Pflanzen aufgeforstet. Dabei muss der Klimawandel beachtet und die Bäume an die zukünftigen Veränderungen angepasst werden, denn, so meint Fuchs: „Wir müssen heute schaffen, was in 150 Jahren Schutz bringen soll.“
Schutz sollen auch die Maßnahmen der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes Tirol und der Wildbach- und Lawinenverbauung bringen. Gemeinsam erarbeiteten sie ein Schutzkonzept zur Sicherung der Gemeinde Grins. Dort kam es 2016 und 2017 zu Muren und Überschwemmungen. Kooperation werde gerade im Naturgefahrenmanagement immer wichtiger, wie DI Markus Federspiel, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft, und DI Gebhard Walter, Leiter der Sektion Tirol der Wildbach- und Lawinenverbauung, meinen. „Wir setzen in Grins unter anderen eine 140 Meter lange Stahlbetonmauer am linken Ufer der Sanna, einen 22 Meter langen Hochwasserschutzdamm und ein Hochwasserschutztor an der B171 Tiroler Straße um,“ erklärt Dipl.-Ing. Markus Federspiel.
Weiter erläutert Dipl.-Ing. Gebhard Walter, der bei Sektiuon Tirol der Wildbach- und Lawinenverbauung 270 Mitarbeiter, von denen 207 auf den Baustellen beschäftigt sind, unter sich hat: „Darüber hinaus konzentrieren wir uns auf den Lattenbach. Im Mittel- und Oberlauf müssen beschädigte Schutzbauten saniert bzw. teilweise neu gebaut werden.“ Für diese Projekte sind 9,3 Millionen Euro vorgesehen.

„Hochwasserschutz als „Mammutprogramm“
Ein „Mammutprogramm“ ist laut LHStv. Geisler das derzeit laufende Hochwasserprojekt mit der Schaffung von Retentionsräumen im Unterinntal: „Dazu war und ist viel Überzeugungsarbeit in den Gemeinden notwendig, aber wir sind auf dem richtigen Weg.“
Trotz der zahlreichen Maßnahmen für den Naturgefahrenschutz sieht LHStv. Josef Geisler Naturereignisse als unvermeidlich: „Einen hundertprozentigen Schutz vor Naturgefahren wird es in einem Gebirgsland wie Tirol trotz größter Anstrengungen aber nie geben.“
Falls doch ein Unglück passiert, ist der Katastrophenfonds eine Unterstützung für die Betroffenen. In den letzten fünf Jahren wurden 58 Millionen Euro für private Elementarschäden ausgeschüttet.

Foto: Setzen sich für den Naturgefahrenschutz ein (v. l.): Landesforstdirektor DI Josef Fuchs, LHStv. Josef Geisler, DI Markus Federspiel, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft, und DI Gebhard Walter, Leiter der Sektion Tirol der Wildbach- und Lawinenverbauung.


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