23.02.2018

 

BZ: Am Sonntag wird in Tirol der Landtag gewählt. Wie ist die Ausgangslage?
GEISLER: Die Tiroler Volkspartei hat nicht nur in den letzten Jahrzehnten, sondern auch in der letzten Legislaturperiode gut gearbeitet. Tirol steht besser da als die meisten Bundesländer. Gleichzeitig haben wir einen klaren Plan für die Zukunft. Ich hoffe, die Wählerinnen und Wähler honorieren das, gehen zur Wahl und geben uns die Stimme.

BZ: Die letzten Jahre waren für die Landwirtschaft vor allem auch wegen der Milchkrise nicht einfach. Auf EU-Ebene bergen der Brexit und die neue Gemeinsame Agrarpolitik ab 2020 Unsicherheiten. Wie steht es um die Tiroler Landwirtschaft?
GEISLER: Der Milchpreis hat sich erholt und stabilisiert. Im Bereich der Verarbeitung und Vermarktung tut sich viel in den Regionen. Die derzeit recht gute Situation sollte genutzt werden, um sich weiter Gedanken für die Zukunft zu machen. Mehrere Standbeine zu haben oder sich zu spezialisieren macht Betriebe weniger krisenanfällig. Was die künftige EU-Politik anlangt, so werden wir unseren Einfluss nutzen, um die Zweite Säule abzusichern und vielleicht noch etwas mehr Spielraum für Bund und Länder zu verhandeln. ÖPUL und AZ sind unverzichtbare Grundpfeiler der Tiroler Landwirtschaft.

BZ: Welche Akzente haben Sie, hat das Land Tirol für die heimische Landwirtschaft gesetzt?
GEISLER: Es hat sich viel getan. Gemeinsam haben wir neue Vermarktungsstrukturen wie das Getreideaufbereitungszentrum im Flaurling oder die Käseschneide- und Verpackungsanlage Tirol Pack aufgebaut. In der Modellregion Landeck wird demnächst der Geschäftsführer seine Tätigkeit aufnehmen und an Angeboten und Wertschöpfungsketten von Landwirtschaft und Tourismus arbeiten.  In der Verarbeitung und Vermarktung ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Das Konzept für einen gemeinsamen Käsekeller mehrere Sennereien samt möglichem Standort ist bereits ausgearbeitet.

BZ: Die Tirol Pack ist so gut wie fertig. Auf der Baustelle in Rotholz geht es jetzt erst so richtig los.
GEISLER: An dieser Stelle gilt mein ausdrücklicher Dank unserem Andrä Rupprechter. Ohne ihn wäre die Zukunftsinvestition HBLFA Rotholz niemals möglich gewesen. Wir bündeln am Standort Rotholz das Aus- und Weiterbildungsangebot für die bäuerliche Jugend. Es gibt sogar über den aktuellen Bau hinaus weiterführende Ideen.

BZ: Welche Ideen sind das?
GEISLER: Wir sind in Gesprächen mit dem MCI (Anm.: Management Center Innsbruck) und der FH Kufstein und denken an die Schaffung eines weiterführenden Bildungsangebots zum Thema Produktentwicklung und Innovation. Die genaue inhaltliche Ausrichtung und ob wir das als Lehrgang oder als Fachhochschulstudiengang machen, ist noch offen. Sicher ist, dass wir hier weiterarbeiten und alle Möglichkeiten nutzen, um die heimische Lebensmittel noch besser zu positionieren und zu vermarkten. Ich bin sicher, dass wir hier etwas Gutes und Zukunftsweisendes zusammenbringen werden.

BZ: Wenn wir Beim Thema Bildung sind, wie steht es mit den Plänen um eine veterinärmedizinische Ausbildung in Tirol?
GEISLER: Wir wissen, dass wir einen großen Bedarf an Tierärzten im Nutztierbereich haben und sich dieser in den kommenden Jahren noch verstärken wird. Weil die Ausbildung an der VetMed in Wien den Erfordernissen der Tiroler Landwirtschaft nicht gerecht wird und die Absolventen eher in den Kleintierbereich gehen, haben wir eine eigene universitäre Ausbildung in Tirol angedacht. Durch umfangreiche Vorarbeiten wissen wir nun, dass dieses Vorhaben einen zweistelligen Millionenbetrag kosten wird. Es wird nicht ganz einfach sein, diese Größenordnung zu stemmen. Andererseits wäre eine eigene veterinärmedizinische Ausbildung ein weiterer Schritt für den Bildungsstandort Tirol und die Regionalisierung des Bildungsangebotes. Hier wird es noch Einiges an Zeit, Hirnschmalz und Überzeugungsarbeit in Tirol, in der Europaregion und in den Nachbarbundesländern brauchen. Die Probleme der Landwirtschaft bei der tierärztlichen Versorgung sind ja südlich des Brenners und westlich und östlich von Tirol die gleichen.

BZ: Zurück zur Wahl – wie stehen die Chancen für eine starke bäuerliche Vertretung im nächsten Landtag?
GEISLER: Die Chance, mit fünf bis sechs bäuerlichen Abgeordneten vertreten zu sein, lebt. Das ist aber bei Weitem keine „gmahte Wiesn“.  Deshalb: wählen gehen und Vorzugsstimme vergeben! Im Bezirk Schwaz haben wird die Situation, dass wir mit Kathrin Kaltenhauser und mir am zweiten und ersten Listenplatz zwei bäuerliche Kandidaten haben. Wir erhöhen unsere Chance auf ein starkes Team im Landtag, wenn Kathrin Kaltenhauser möglichst viele Vorzugsstimmen erhält. Aber auch sonst gilt: Alois Margreiter (Bezirk Kufstein), Josef Edenhauser (Bezirk Kitzbühel), Thomas Schweigl (Bezirk Innsbruck Land) und Amanda Raich (Bezirk Imst) ankreuzen. In Osttirol tritt Bezirksbauernobmann Martin Mayerl an. Hermann Kuenz kann man auf der Landesliste nicht nur in Osttirol, sondern tirolweit unterstützen.

Danke für das Gespräch!


Aktuelle Termine

Sprechtag Rechtsberatung
Dienstag, 26. Juni 2018
BLK Lienz

Details

Sprechtag Rechtsberatung
Mittwoch, 27. Juni 2018
BLK Imst

Details

alle Termine


Tirol braucht seine Bauern!

Finden Sie mehr Infos zur Kampagne und zu den beliebten Tiroler-Bauern-Produkten in unserem Online-Shop.

Mehr


Hundekottafeln bestellen!

Die Hundekotproblematik ist ein ernst zu nehmendes Thema und betrifft viele Bauern in unserem Land. Wir setzen auf Aufklärung und bieten deswegen unsere Hundekottafeln zum Verkauf an. Infos, Bestellungen etc. unter tbb@tiroler-bauernbund.at oder Tel. 0512/59900-12

Infos, Preise, etc.

Unsere Adresse


Tiroler Bauernbund
Brixner Straße 1
A-6020 Innsbruck
Tirol - Österreich
Telefon +43 512 59900-12
Fax +43 512 59900-31

Email

Bauernbund Wetterservice


Hier finden Sie das aktuelle Bauernbund-Agarwetter in Kooperation mit der ZAMG. Abrufbar ist unsere Wetterhotline unter: Tel. 0512/561593

aktuelles Wetter

Wozu Tiroler Bauernbund?


In unserem Imagefilm und der Infobroschüre erfahren Sie mehr über Ursprung, Aufgaben, Ziele und die Bedeutung des Tiroler Bauernbundes.

Aktuelle Videos

Broschüre

Volltextsuche


Die einfache Suche nach Personen, Orten, Dingen und Terminen!

Tiroler Bauernbund