08.02.2018

Martin Mayerl, was waren die Schwerpunkte in der abgelaufenen Periode?
MAYERL: Der Start war für mich nicht einfach, in der Landtagsarbeit und in der Bezirkspartei war vieles Neuland. Im September 2013 habe ich die Funktion des Bezirksparteiobmannes unter schwierigen Voraussetzungen übernommen. Im Landtag hatten wir gleich zwei brisante Themen: Das war die Abschaffung des Direktzuges und das Thema Natura 2000. Mittlerweile gibt es 16 Verbindungen täglich nach Innsbruck, eine schnelle Verbindung mit dem Bus und günstige Jahrestickets. Was noch verbessert werden muss, ist die Fahrgastinformation und die Zeitspanne bei den Umstiegen, die ist oft zu knapp bemessen. Dazu bin ich mit dem VVT ständig im Austausch. Der Direktzug bleibt weiterhin ein Ziel. Insgesamt ist in den letzten fünf Jahren in den Personennahverkehr auch in Osttirol sehr viel investiert worden. Ziel muss es sein, dass sich eine Familie zumindest das Zweitauto sparen kann. Dann ist es nicht mehr so entscheidend, wo ich wohne und wo ich meinen Arbeitsplatz habe.

Das Thema Naturschutz war und ist ein heißes Eisen?
MAYERL: Ich bin im Landtag auch Umweltsprecher der Volkspartei geworden. Umwelt- und Naturschutz ist in Tirol immer ein heißes Eisen. Wir konnten eine kleine Naturschutz-Novelle beschließen, bei der es in erster Linie darum gegangen ist, im Bereich der erneuerbaren Energien Lösungen zu finden, um etwa den Ausbau der Wasserkraft zu erleichtern. Im Hinblick auf eine geplante größere Novelle war es unser Ziel, eine ökologisch orientierte Landwirtschaft zu ermöglichen bzw. Erleichterungen in der Bewirtschaftung zu schaffen. Die Landwirtschaft hat über Jahrhunderte unsere Landschaft geprägt, nicht dadurch, dass man nichts getan hat, sondern dadurch, dass die Natur bewirtschaftet wurde. Klar ist eines: Wenn wir unsere Natur weiter so erhalten wollen, brauchen wir zeitgemäße Bewirtschaftungsmöglichkeiten, wir brauchen eine Grunderschließung unserer Wälder und Almen, wir brauchen auch die Möglichkeit, unsere Felder maschinell zu bewirtschaften. Da sind Anpassungen an den Stand der Technik notwendig – und oft einfach mehr Hausverstand in der Gesetzgebung und im Vollzug.

Das Verständnis für die Landwirtschaft ist also ausbaufähig?
MAYERL: Das ist im Naturschutz so, bei Ernährung und Lebensmitteln haben wir ein ähnliches Problem. Da werden Themen oft nur mehr emotional gesehen, mit Sachargumenten kommt man gar nicht mehr durch. Das Vertragsverletzungsverfahren der EU hat zur Ausweisung der Isel als Natura 2000 geführt. Die einheimische Bevölkerung sieht darin kaum einen Mehrwert. Die Einschränkung großteils auf das öffentliche Wassergut und ein Unterstützungsprogramm für die Iselregion haben die Ablehnung etwas vermindert. Dennoch bleibt das Gefühl einer Bevormundung, denn die Betroffenen wurden im Verfahren zuwenig eingebunden. Wichtig war im Zusammenhang mit der Forderung nach weiteren Schutzgebietsausweisungen die klare Botschaft unseres Landeshauptmannes gegenüber Brüssel: Es reicht, Tirol hat schon einen großen Beitrag geleistet, und wir wollen auch eine Evaluierung haben. Also: Auch hier ist weniger Emotion gefragt.

Welche Themen haben Dich noch bewegt?
MAYERL: Mit dem Thema Wohnbauförderung habe ich mich auch beschäftigt. Zum Beispiel müsste sich in einer abwanderungsgefährdeten Gemeinde ein Faktor finden lassen, dass es dort etwas mehr Wohnbauförderung gibt als in einem Zentralraum. Auch die Sanierung und Revitalisierung alter Bausubstanz gehört noch stärker unterstützt. Ich habe mich auch mit der Bauordnung beschäftigt und mich dafür eingesetzt, im Gespräch mit den Behörden praxiskonforme Lösungen zu finden.

Die künftigen Herausforderungen?
MAYERL: In der Landwirtschaft gibt es im Bezirk keine schlechten Voraussetzungen. Wir haben in ganz Tirol volle Landwirtschaftsschulen, wir haben im Bezirk landwirtschaftliche Organisationen, die einen guten Job machen, von der RGO über den Maschinenring und die Waldgenossenschaft bis hin zu neuen Beispielen wie den Talmarkt Matrei. Wenn wir diese Organisationen nutzen, gibt es auch in Zukunft gute Möglichkeiten, Einkommen aus der Landwirtschaft zu erzielen. Gerade im Bereich der Ernährung eröffnen sich Chancen durch die Regionalität. Gottseidank gibt es zahlreiche Initiativen wie Bauernmärkte, Bauernläden, die Almsennerei im Tauerntal, die Direktvermarktung. Auch der Tourismus bietet noch Möglichkeiten, da gibt es in Osttirol ein Riesenpotenzial, das noch nicht voll gehoben wurde. Wir müssen Natur und Umwelt noch besser erlebbar machen. Da geht es auch um neue Berufsbilder, zum Beispiel einen Kulturlandschaftsführer, um den Gästen ein Erlebnis und Geschichten zu vermitteln.
Danke für das Gespräch!

Zur Person

Geboren am 17. Jänner 1970 in Lienz
Volksschule, Hauptschule, Landwirtschaftliche Fachschule Lienz
Meisterkurs (Landwirtschaftsmeister)
Seit 1992 Geschäftsführer beim Maschinenring Osttirol
Landwirtschaft:
Landwirt am „Blaslhof“ (Erbhof; die Familie Mayerl ist seit 1743 auf dem Hof)
2000 Hofübernahme
Mutterkuhhaltung (ca. 20 Mutterkühe, Tiroler Jahrlingsproduktion) und Rindermast, Speise- und Saatkartoffelanbau, eine Ferienwohnung
9 Hektar Acker, 8 Hektar Grünland, 8 Hektar Wald, Anteile an einer Agrargemeinschaftsalm
Funktionen:
Mit knapp 18 Jahren Landjugendobmann von Dölsach (sechs Jahre)
Seit 1992 Gemeinderat (seit 2010 Vizebürgermeister)
Seit 2008 Orts- und Bezirksbauernobmann
Seit 2013 Abgeordneter zum Tiroler Landtag und ÖVP-Bezirksparteiobmann
Familie:
Verheiratet mit Beate (Hauswirtschaftsmeisterin), drei Kinder: Lukas (20), Anna-Lena (18) und Sophie (14)
Hobbys:
Wandern, Natur genießen

Meine politischen Ziele

– Leben am Land. Wohnen, Bildung und Arbeitsplätze im Bezirk sollen weiterhin attraktiv sein. Dafür werden wir uns einsetzen.
– Infrastruktur. Die Bereiche Kinderbetreuung, Gesundheitsversorgung und Pflege gehören ausgebaut und dabei Eigenverantwortung und Vorsorge gestärkt.
– Energie und Mobilität. Wir wollen erneuerbare Energieträger stärken, den Öffentlichen Verkehr attraktiver machen und uns für nachhaltige Verkehrs-lösungen einsetzen.
– Wirtschaft und ländlicher Raum. Wir stehen zu einer starken und leistungsfähigen Wirtschaft und Landwirtschaft und wollen regionale Strukturen und Kreisläufe unterstützen.

Darum: Stärken Sie den bäuerlichen Kandidaten in Osttirol und geben Sie am 25. Februar MARTIN MAYERL Ihre Vorzugsstimme!


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Dienstag, 29. Mai 2018
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