08.02.2018

Die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche Tirols (ohne Almen), das sind 111.741 Hektar, wurde auf Grundlage der Ergebnisse der Finanzbodenschätzung hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Erzeugung von Nahrungs- und Futtermitteln (Produktionsfunktion) sowie vier weiteren Bodenfunktionen eingestuft. Die Bewertung der Bodenfunktionen erfolgt in fünf Stufen von „sehr gering“ bis „sehr hoch“. Um sicherzustellen, dass keine bereits gewidmeten oder bebauten Flächen dargestellt werden, wurden die Daten mit den elektronischen Flächenwidmungsplänen verschnitten.

Versorgungssicherheit und Verwaltungsvereinfachung
„Unser Ziel ist es, die funktionsfähigsten und vitalsten Böden, so gut es geht, zu erhalten, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und nach Möglichkeit weniger wertvolle Flächen für Bauzwecke und sonstige Nutzungen heranzuziehen“, sieht Bauernbundobmann Josef Geisler im Boden-informationssystem des Landes eine Entscheidungshilfe für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Boden. Allerdings dürfe das System nicht zu einer Verkomplizierung der Raumordnung beitragen, sondern müsse im Gegenteil praxis-tauglich sein und Bürokratie reduzieren. Um das zu gewährleisten, wird nun noch an den Anwendungsbereichen des Bodeninformationssystems gearbeitet. Allein für rund 150 landwirtschaftliche Verfahren jährlich wird das Bodeninformationssystem jedenfalls eine Verwaltungsvereinfachung etwa bei der Bewilligung bodenverbessernder Maßnahmen erreichen.

Regionale Verhältnisse berücksichtigt
Eine Besonderheit des Bodeninformationssystems, das künftig über das Raumordnungsinformationssystem tiris abrufbar sein wird, ist die Berücksichtigung von Kleinproduktionsgebieten. Die Ausprägung der Produktionsfunktion wird in Bezug zu den örtlichen Gegebenheiten gesetzt. Auch in einer Region wie Obergurgl gibt es für dortige Verhältnisse wertvolle landwirtschaftliche Böden. Dass sich diese ohne regionale Referenzierung nicht mit einer Ackerfläche im Inntal vergleichen lassen, versteht sich von selbst. Das leistet das neue Bodeninformationssystem, wodurch eine einheitliche, transparente, vergleichbare und leicht verständliche Entscheidungsgrundlage bereitgestellt wird.
Schaut man sich die Ergebnisse für die Funktionserfüllung der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Tirol an, so zeigt sich, dass rund die Hälfte dieser Fläche im Bodeninformationssystem als besonders wertig für die Erzeugung von Lebens- und Futtermitteln, für die Abflussregulierung bzw. als Standort für besondere Pflanzengesellschaften eingestuft wird. Umgelegt auf die gesamte Landesfläche sind knapp fünf Prozent unseres Bodens bedeutend für die landwirtschaftliche Produktion bzw. funktionierende Ökosysteme.
Das Bodeninformationssystem ist als Ergänzung zu den Raumordnungsprogrammen für landwirtschaftliche Vorsorgefläche zu sehen. Für eine Ausweisung als landwirtschaftliche Vorsorgeflächen braucht es eine gewisse Bodenbonität und eine Fläche von mindestens drei Hektar. Weiters muss die Hangneigung weniger als fünf Prozent betragen. Rechtskräftig als landwirtschaftliche Vorsorgeflächen ausgewiesene Gebiete genießen einen besonderen Schutz. Die Widmung von Bauland ist unzulässig. Die Widmung von Sonderflächen oder Vorbehaltsflächen ist nur dann möglich, wenn der Verwendungszweck nicht im Widerspruch zu einer ordnungsgemäßen und nachhaltigen landwirtschaftlichen Nutzung steht.
In circa einem Dutzend Planungsverbänden gibt es bereits landwirtschaftliche Vorsorgeflächen, in zwei Planungsverbänden (Wattens und Kufstein) werden diese gerade ergänzt. In den nächsten Jahren sollen sie flächendeckend vorliegen. In Summe sind derzeit in Tirol 16.289 Hektar landwirtschaftlicher Flächen als landwirtschaftliche Vorsorgeflächen der Produktion vorbehalten. Das entspricht rund 15 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche.

Foto: Ein Beispiel: Digitale Darstellung der Produktionsfunktion im Zillertal.


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