Alois Margreiter: Volle Energie für das Unterland

Er ist ein erfahrener Kommunalpolitiker und abslouter Kenner der Tiroler Landwirtschaft. Seit vielen Jahren setzt sich Ing. Alois Margreiter aus Breitenbach für die Anliegen der Bauernfamilien und des ländlichen Raums ein. Alois Margreiter ist 61 Jahre alt, Landtagsabgeordneter, Bürgermeister von Breitenbach, ÖVP-Bezirksparteiobmann und unser Bauernbund-Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Bezirk Kufstein. Im Gespräch mit der Bauernzeitung stellt er sich vor.

18.01.2018

Alois Margreiter, Du bist seit 25 Jahren in der Kommunalpolitik engagiert. Wo liegen die größten Herausforderungen für die Gemeinden?
MARGREITER: Ich bin Bürgermeister einer finanzschwachen ländlichen Gemeinde. Seit ich politisch tätig bin, kämpfe ich für einen gerechteren Finanzausgleich. Die Bevölkerung im ländlichen Raum muss den gleichen Lebensstandard haben wie im städtischen Bereich. Dazu gehört, das Breitbandnetz bis in alle Gemeinden und Weiler des Landes auszubauen. Große finanzielle Probleme kommen bei der Erhaltung des ländlichen Wegenetzes auf uns zu, ebenso fordert uns die Bevölkerungsentwicklung mit einem erhöhten Pflegebedarf. Es braucht finanzielle Korrekturen, damit die Gemeinden diese Aufgaben schaffen.

Haben die ländlichen Gemeinden überhaupt noch Gestaltungsspielraum?
MARGREITER: Ja, absolut, wenn man sparsam wirtschaftet und Kooperationen eingeht. Wir haben in Breitenbach in den letzten Jahren fünf tolle gemeinsame Projekte mit der Nachbargemeinde Kundl realisiert, von der Kleinkinderbetreuung über einen modernen Recyclinghof bis zum zeitgemäßen Sozialzentrum. Ich bin stolz darauf, dass es gelungen ist, trotz vieler Investitionen den Schuldenstand der Gemeinde von 3,4 Millionen Euro im Jahr 2003 auf 1,1 Millionen Euro 2018 zu reduzieren.

Welchen Stellenwert hat die Landwirtschaft in Deiner Gemeinde?
MARGREITER: Es erfüllt mich mit Freude, dass wir in Breitenbach noch über 100 viehhaltende Betriebe haben. Ich bin mir der Bedeutung einer flächendeckenden Bewirtschaftung unseres Landes absolut bewusst und weiß, welche Leistungen die bäuerlichen Familien erbringen. Daher unterstützen wir die Landwirtschaft mit einem verbilligten Wassertarif. Wir übernehmen seitens der Gemeinde die Impfkosten, sämtliche  Kosten für die Schlacht- und Schadviehentsorgung sowie für die Ohrmarken. Wir unterstützen die Viehzuchtvereine und helfen den Bauern, wo es geht.

Du bist seit 2013 im Landtag. Welche Erfahrungen hast Du gemacht?
MARGREITER: Das schwierigste Thema waren zweifellos die Agrargemeinschaften, wo wir den Spagat zwischen der Vertretung der Eigentümerinteressen und der Umsetzung des VfGH-Erkenntnisses schaffen mussten. Zweitens habe ich gesehen, dass mir in Fragen der Infrastrukturen, im Sozialbereich oder beim Arbeitsmarkt die Erfahrung als Bürgermeister sehr zugutegekommen ist. Was mich aber besonders getroffen hat, ist der Hass, der von manchen politischen Parteien, insbesondere der SPÖ, der Landwirtschaft entgegenschlägt. Eines meiner Hauptthemen im Landtag war die Finanzierung der Landwirtschaftskammer. Ich war 36 Jahre Betriebsberater und weiß, wie wichtig die Landwirtschaftskammer, insbesondere die Bezirkslandwirtschaftskammern, für die Entwicklung der Tiroler Landwirtschaft war und ist. Eben diese  flächendeckende Landwirtschaft ist maßgeblich für den Tourismus, für die Sicherheit, für die gesamte Bevölkerung. Daher ist es für mich unverständlich, dass im Landtag außer den Regierungsparteien und Impuls alle Parteien gegen die LK-Finanzierung gestimmt haben – auch die FPÖ, die sich vor den Wahlen immer gern als Bauernfreund inszeniert.

Was sind die großen Herausforderungen im Bezirk Kufstein?
MARGREITER: Eines der Hauptprobleme ist der Verkehr. Hier braucht es klare Maßnahmen, damit mit der Inbetriebnahme des Brennerbasistunnels eine Halbierung des Transitverkehrs erreicht wird. Bis dahin braucht es eine einheitliche Bemautung und eine deutliche Frequenzsteigerung bei der ROLA sowie eine Rücknahme der Vignettenbefreiung in Kufstein. Ein zweites Problem, das mich in den letzten Jahren intensiv begleitet hat und wo ich auch von bäuerlicher Seite kritisiert wurde, ist der Hochwasserschutz. Weil der logisch nicht im Ortszentrum erfolgen kann, brauchen wir landwirtschaftliche Flächen dazu. Allerdings müssen diese so klein wie möglich gehalten werden und es braucht eine angemessene Entschädigung – das Tiroler Modell braucht meiner Ansicht nach in ganz Europa keinen Vergleich zu scheuen. Im Schadensfall muss das Land in Vorlage treten, damit die betroffenen Grundbesitzer nicht mit den Gemeinden ums Geld streiten müssen. Zudem ist die steuerliche Frage zu regeln und die im verbleibenden Retentionsraum liegenden Höfe sind zu 100 Prozent auf Landeskosten auszusiedeln bzw. sind Ersatzflächen für die Dammflächen im Rahmen einer Grundzusammenlegung zur Verfügung zu stellen.

Welche politischen Ziele hast Du für die nächste Landtagsperiode?
MARGREITER: Der Hochwasserschutz ist im Einklang mit den Grundeigentümern zu lösen. Die finanzschwachen Landgemeinden brauchen unsere volle Unterstützung, vor allem bei der Erhaltung des Straßennetzes, bei der Sicherung der medizinischen Versorgung und beim Breitbandausbau. Die Verkehrsbelastung ist durch einen Ausbau der Öffis und eine spürbare Transitreduktion zu verringern. Für die Landwirtschaft braucht es vermehrt lokale Verarbeitungs- und Vermarktungseinrichtungen und es muss uns mehr Wertschöpfung aus der Zusammenarbeit mit dem Tourismus gelingen.  Wir können uns als wohlhabendes Land die Unterstützung unserer Bedürftigen leisten. Ich bin aber für Gerechtigkeit: Wer arbeitet, soll mehr haben als derjenige, der nicht arbeitet. Und ganz wichtig ist mir die Vereins- und Freiwilligenarbeit, die für die Gesellschaft, das Zusammenleben in den Dörfern und für die Jugend unverzichtbar ist.    

Danke für das Gespräch!       

Zur Person

Geboren 1956, aufgewachsen in Reith im Alpbachtal. Seit 1984 mit Gattin Annemarie in Breitenbach verheiratet. Tochter Magdalena (22) studiert Medizin.
Werdegang: zweiklassige Volksschule, 1976 Matura an der HBLA Ursprung. 1977 bis 1981 Betriebsberater an der Bezirkslandwirtschaftskammer Imst und 1981 bis 2013 an der BLK Kufstein. Kennt 98 % aller Landwirtschaftsbetriebe im Bezirk Kufstein über zwei Generationen persönlich.
Politische Laufbahn: 1992 zum Vizebürgermeister und 2003 vom Gemeinderat  als Bürgermeister gewählt. 2004, 2010 und 2016 mit absoluter GR-Mehrheit und mit sehr hoher Zustimmung zum Bürgermeister gewählt. Seit 2013 Abgeordneter zum Tiroler Landtag.
Vereine: Feuerwehr, Schützen
Hobbys: Skifahren, Skiwandern, Bergsteigen
Stärken: engagiert, Energiebündel, lösungsorientiert, absoluter Agrarexperte.

Meine politischen Ziele

1.    Hochwasserschutz im Einklang mit Grundeigentümern – Begleitmaßnahmen und Entschädigung
2.    Stärkung der finanzschwachen ländlichen Gemeinden – gerechter Finanzausgleich
3.    Breitbandausbau – in allen Gemeinden und Weilern
4.    Erhaltung des Straßennetzes im ländlichen Raum
5.    Medizinische Versorgung sichern – Änderung des Steuerrechts bei Übernahme von Arztpraxen
6.    Verkehr – neben der massiven Reduzierung des Transits Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs vor allem in den Seitentälern
7.    Lokale Vermarktungseinrichtungen in der Landwirtschaft – Strukturen schaffen und sichern
8.    Landwirtschaft und Tourismus – Zusammenarbeit stärken

Darum: Stärken Sie den bäuerlichen Kandidaten im Bezirk Kufstein und geben Sie am 25. Februar ALOIS MARGREITER Ihre Vorzugsstimme!


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