21.12.2017

Zugmaschinen und Anhänger
Landwirtschaftliche Fahrzeuge kann man in folgende Kategorien unterteilen:

KRAFTFAHRZEUGE:

  • Zugmaschinen (z. B. Traktor)
  • Einachszugmaschinen, Motorkarren (Schlepper)
  • Selbstfahrende Arbeitsmaschinen (Mähdrescher, Maishäcksler)

LAND- UND FORSTWIRTSCHAFTLICHE ANHÄNGER:

  • Anhängewagen
  • Starrdeichsel
  • Zentralachsenanhänger

MASCHINEN:

  • Anhänger-Arbeitsmaschinen (Holzhack- bzw. Hackschnitzelmaschine)
  • Gezogene auswechselbare Maschinen (Rundballenpresse)

Auch mit der Lenkerberechtigung der Klasse B dürfen Zugmaschinen, Motorkarren oder selbstfahrende Arbeitsmaschinen gelenkt werden, sofern das höchstzulässige Gesamtgewicht unter 3.500 kg liegt.
Beabsichtigt man, schwere Fahrzeuge zu lenken, benötigt man den Führerschein der Klasse F.
Dieser kann bereits ab vollendetem 16. Lebensjahr – beschränkt auf landwirtschaftliche Fahrzeuge – erworben werden, und berechtigt zum Lenken von Zugmaschinen, Motorkarren, landwirtschaftliche selbstfahrende Arbeitsmaschinen und Transportkarren mit einer Bauartgeschwindigkeit von nicht mehr als 50 km/h.
Lenkt man einen Traktor mit dem Führerschein B, darf dabei ein leichter Hänger bis 750 kg stets gezogen werden. Bei anderen leichteren Anhängern darf die Summe des höchst zulässigen Gesamtgewichtes des Zugfahrzeuges (Traktor und Anhänger) nicht mehr als 3.500 kg betragen bzw. das höchst zulässige Gesamtgewicht des Anhängers darf das Eigengewicht des Zugfahrzeuges nicht überschreiten.

Landwirtschaftliche Anhänger
Bei den Anhängern unterscheidet man grundsätzlich zwischen leichten Anhängern mit einer Gesamtmasse von nicht mehr als 750 kg und schweren Anhängern, wenn das Gesamtgewicht über 750 kg liegt.
Bei land- oder forstwirtschaftlichen Anhängern – mit Klasse R bezeichnet – ist eine Unterteilung in die Klassen R 1 bis R 4 möglich. Ausschlaggebend dafür ist die Summe der höchst zulässigen Massen je Achse.

  • Klasse R 1: Anhänger, bei denen die Summe der technisch zulässigen Massen die Achse bis zu 1.500 kg beträgt
  • Klasse R 2: Anhänger, bei denen die Summe der technisch zulässigen Massen die Achse mehr als 1500 kg bis zu 3.500 kg beträgt
  • Klasse R 3: Anhänger, bei denen die Summe der technisch zulässigen Masse die Achse mehr als 3.500 kg und bis zu 21.000 kg beträgt
  • Klasse R 4: Anhänger, bei denen die Summe der technisch zulässigen Massen die Achse mehr als 21.000 kg beträgt.

Die landwirtschaftlichen Anhänger können in nicht zum Verkehr zugelassene und zum Verkehr zugelassene Anhänger unterschieden werden.
Nicht zum Verkehr zugelassene Anhänger sind solche ohne behördliches Kennzeichen. Grundsätzlich dürfen derartige Anhänger nur mit 10 km/h – unter ganz besonderen Voraussetzungen auch mit 25 km/h – gefahren werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich dabei um Anhänger mit Typenschein, Einzelgenehmigungsbescheid oder selbst angefertigte Anhänger (Eigenbau) handelt.
Nicht zum Verkehr zugelassene Anhänger dürfen auf Straßen mit öffentlichem Verkehr ohne Bewilligung des Landeshauptmannes nur gezogen werden, wenn seitlich je ein gelb/roter Rückstrahler sowie hinten zwei rote Rückstrahler (gleichseitiges Dreieck mit Spitze nach oben) und die Aufschrift 10 km/h angebracht sind, wobei diese höchstens 90 cm von der Fahrbahnoberfläche entfernt anzubringen sind. Für den Fall, dass der Anhänger breiter als das Zugfahrzeug ist, muss auf jeder Seite je ein weißer Rückstrahler am äußersten Rand angebracht sein.
Zum Verkehr zugelassene Anhänger müssen über eine Typen- oder eine Einzelgenehmigung verfügen. Es ist nunmehr möglich, die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h auf 25 km/h zu erhöhen, wobei dazu eine Einzelgenehmigung durch die Behörde erforderlich ist.
Eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von mehr als 25 km/h für land- und forstwirtschaftliche Anhänger ist nur mit entsprechend genehmigten Anhängern möglich (Schnelllaufachsen, Zweileiterdruckluftanlage usw.). Hinzu kommt, dass bei landwirtschaftlichen 40 km/h-Anhängern die erste Begutachtung nach § 57 a KFG nach drei Jahren durchgeführt und danach alle zwei Jahre wiederholt werden muss.

Bremsanlagen bei Anhängern
Zum Verkehr zugelassene landwirtschaftliche Anhänger benötigen keine Bremsanlage, wenn deren höchst zulässiges Gesamtgewicht maximal 1.500 kg beträgt, sie maximal mit 25 km/h bewegt werden und das Eigengewicht des Zugfahrzeuges mindestens so groß ist, wie das höchst zulässige Gesamtgewicht des Anhängers.
Eine Auflaufbremsanlage – auch bei einem höchst zulässigen Gesamtgewicht von 3.500 kg – ist nötig, wenn das Gesamtgewicht des Anhängers weder das höchst zulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeuges noch den bei der Genehmigung festgesetzten Wert übersteigt, und dieser mit einer Geschwindigkeit von höchstens 25 km/ bewegt wird.
Obwohl es im landwirtschaftlichen Bereich an und für sich möglich ist, mit einem Zugfahrzeug zwei Anhänger hintereinander zu ziehen, darf bei einem auflaufgebremsten Anhänger kein zweiter Anhänger gezogen werden. Anhänger die mit einer Seilzugbremse, welche nicht mit der Betriebsbremse des Zugfahrzeuges gekoppelt ist, ausgestattet sind, darf das höchstzulässige Gesamtgewicht maximal 8.000 kg betragen.
In der nächsten Ausgabe der Tiroler Bauernzeitung folgt Teil 2 der Serie „Der Traktor im Straßenverkehr“ über Geschwindigkeiten, Abmessungen und Ladungssicherung.


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